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Garantie & Gewährleistung bei Handy, Smartphone & Co: Das sind die wichtigen Unterschiede!

Garantie & Gewährleistung

Garantie & Gewährleistung beim Handy: Wo ist da eigentlich der Unterschied?

Greift bei einem Smartphone-Schaden eigentlich Garantie oder Gewährleistung? Und was ist der Unterschied? Garantie und Gewährleistung werden meisten in einem Atemzug genannt.

Unterscheiden sich aber deutlich voneinander. Und das generell und nicht nur speziell bei Smartphones, Tablets oder Unterhaltungselektronik allgemein.

Wir listen die wichtigsten Unterschiede für euch auf und verraten, welche generellen Unterschiede zwischen Gewährleistung und Garantie beim Smartphone bestehen.

  • Denn die Gewährleistung ist  gesetzlich vorgeschrieben  und besteht als Verbraucher dem Händler gegenüber.
  • Die Garantie ist dagegen eine  freiwillige Leistung des Herstellers .

Als hilfreichen Linktipp möchten wir euch hierzu auch das Europäische Verbraucherzentrum Deutschland empfehlen.

Garantie & Gewährleistung: Unterschiede, Fristen & Co. im Überblick

Garantie & Gewährleistung: Unterschiede, Fristen & Co. im Überblick

Garantie oder Gewährleistung? Was gilt?

Das neue Handy bzw. Smartphone ist schon nach wenigen Wochen kaputt? Das Ladekabel versagt seinen Dienst? Mit Garantie und Gewährleistung (siehe Wikipedia) gibt es bei Neuware-Käufen gleich zwei Möglichkeiten, Ansprüche geltend zu machen. Und somit eine gute Alternative zur meist teuren Handyversicherung.

Aber wann greift die Gewährleistung? Und wann solltet ihr euch mit Garantie-Ansprüchen an den Hersteller wenden? Wenn ihr etwa 3 bis 4 Minuten Zeit habt und keine Lust auf unseren Text habt, schaut euch doch einfach mal das Video vom WDR an:

Gewährleistung im Überblick: Was wird abgedeckt?

Die Gewährleistung ist im Bürgerlichen Gesetzbuch geregelt. Ihr findet den genauen Wortlaut ab § 437 BGB. Der Anspruch auf Gewährleistung besteht gegenüber dem Händler – und zwar über einen Zeitraum von bis zu 24 Monaten nach Kauf.

Die Gewährleistung wird auch als Mängelhaftung bezeichnet, was den Sachverhalt gleich deutlicher macht. Denn mit der Gewährleistungspflicht seid ihr vor Schäden geschützt, die schon bei Kauf des Artikels bestanden.

Gewährleistung mit Beweislastumkehr (!)

Zusätzlich zur klassischen Gewährleistung greift die Beweislastumkehr. Denn die Gewährleistung gilt nicht uneingeschränkt im 24-monatigen-Zeitraum:

  • innerhalb von 6 Monaten nach Kauf: Beweislast beim Händler
  • 6 Monate bis 24 Monate nach Kauf: Beweislast beim Käufer

Im Klartext heißt das: Tritt ein Mangel im ersten halben Jahr nach Kauf des Artikels auf, muss der Verkäufer (= Händler) beweisen, dass ihr den Schaden verursacht habt.

Wollt ihr einen Garantieanspruch später geltend machen, ist die Beweislast umgekehrt: Dann müsst ihr beweisen, dass der Mangel schon beim Kauf vorlag (ihr den Defekt also nicht selbst verursacht habt). Das ist entsprechend schwierig – bei einigen Händlern könnt ihr auf Kulanz hoffen.

Gewährleistung bei Privatverkäufen?

Ihr habt nur dann einen Anspruch auf Gewährleistung, wenn ihr in einem Onlineshop bei einem gewerblichen Händler kauft. Wichtig ist das vor allem bei eBay-Auktionen: Kauft ihr einen Artikel bei einem gewerblich registrierten Verkäufer, greift die Gewährleistung. Bei privaten Verkäufern habt ihr dagegen keinen Anspruch auf Gewährleistung – auch nicht in den ersten sechs Monaten nach Kauf.

Wenn ihr gelegentlich mal bei eBay verkauft und zum Beispiel euer altes Handy einstellt, müsst ihr euch umgekehrt aber eben auch keine Gedanken machen, dass der Käufer nach einigen Monaten mit Gewährleistungsansprüchen um die Ecke kommt.

Gewährleistung bei B-Ware und Gebrauchtware

Wird Gebrauchtware gewerblich verkauft, dann gilt eine eingeschränkte Gewährleistung: Statt 24 Monate gilt die Gewährleistung dann nur für insgesamt 12 Monate.

Dabei wird allerdings  zwischen Gebrauchtware und B-Ware unterschieden . So entschied das OLG Hamm (Urteil vom 16. Januar 2014, Az.: 4 U 102/13), dass B-Ware nicht grundsätzlich als Gebrauchtware eingestuft und somit mit einer verkürzten Gewährleistung versehen werden darf. Ist etwa lediglich die Verpackung beschädigt, greift die volle Gewährleistungsfrist, so heise.de.

Umsetzung der Gewährleistung: Ersatz, Rückerstattung, Reparatur?

Macht ihr einen Garantieanspruch erfolgreich geltend, dann muss der Verkäufer grundsätzlich nachbessern. Und zwar wahlweise durch Austausch oder durch Reparatur des Artikels. Alternativ ist auch eine Reduzierung des Kaufpreises möglich. Der Händler darf keine Gebühren, etwa für eine Reparatur, in Rechnung stellen.

Laut § 440 BGB hat der Verkäufer dabei  zwei Versuche . Kommt es im Rahmen dieser beiden Versuche nicht zur Nacherfüllung (konnte der Fehler also nicht behoben werden), habt ihr einen Anspruch auf Rückerstattung des Kaufpreises.

Möglich ist außerdem, dass der Händler aus Kulanz direkt den vollen Kaufpreis zurückerstattet. Zum Beispiel, wenn sich eine Reparatur nicht lohnen würde.

Schaut euch auch noch einmal das Video des Bundesministeriums für Justiz und Verbraucherschutz (BMJV) zu diesem Thema am Beispiel des Smartphones an, dann dürften eigentlich keine Fragen offen bleiben:

Garantie beim Hersteller

Über die Gewährleistung wisst ihr jetzt eine ganze Menge. Aber was ist die Garantie?

Anders als die Gewährleistung ist die Garantie nicht gesetzlich zugesichert. Die Garantie ist somit eine freiwillige Zusatz-Leistung des Herstellers. Im Garantiefall wendet ihr euch also nicht an den Verkäufer, sondern an den Hersteller des entsprechenden Produkts.

Die Garantie gilt zusätzlich zur Gewährleistung. Eure gesetzlichen Ansprüche werden somit nicht ersetzt oder aufgehoben. Auch wenn die Garantie eine freiwillige Leistung ist: Bewirbt der Hersteller diese, dann muss sie auch gemäß der beworbenen Bedingungen eingehalten werden.

Garantie: Fristen & Bedingungen

Die Fristen und genauen Bedingungen rund um die Garantie legt der Hersteller dabei selbst fest. Meistens gelten Garantiezeiten von 12 oder 24 Monaten (vergleicht auch die Übersicht weiter unten).

Im Rahmen der Garantiebedingungen ist vorgesehen, dass ihr den Artikel ordentlich verwendet. So sind Wasserschäden in der Regel von der Garantie ausgenommen (Ausnahmen bestätigen die Regel, nämlich etwa, wenn das Handy explizit laut IP-68-Nord wasserfest ist). Auch ein Diebstahl ist natürlich kein Garantiefall.

Verschleißteile können (wie etwa bei Samsung) von der Garantie ausgenommen werden. Auch für Zubehör wie Kopfhörer oder Original-Ladegeräte gelten mitunter Sonderregelungen. Im Garantiefall kontaktiert ihr direkt den Hersteller.

Garantie nur bei Verwendung von Original-Zubehör: Vorsicht vor Billig-Ladekabeln

Klar, jeder behauptet, sein Handy sachgemäß zu nutzen. Aber verwendet ihr auch die (teureren) Original-Ladekabel? Billig-Kabel können das Handy zum Beispiel beschädigen. Die Inanspruchnahme einer Garantie entfällt dann.

So etwa bei Samsung: Ist ein Schaden am Handy auf ein nicht von Samsung zugelassenes Ladekabel zurückzuführen, entfallen die Garantieansprüche.

Garantiebedingungen einzelner Hersteller im Überblick

Bei jedem Hersteller gelten andere Garantiebedingungen. Wir haben für euch die Angaben zur Garantie bei den wichtigsten Handy-Herstellern (nach aktuellem Stand: August 2017) abschließend für euch gesammelt.

Apple Garantie & Gewährleistung

  • 12 Monate Garantie auf Hardware
  • keine Garantie auf Verschleißteile und die Apple Watch
    › Weitere Infos dazu erfahrt ihr direkt bei Apple, weitere Details zu Apple Care Plus (Garantie-Erweiterung) im letzten Abschnitt

Beim Technikfaultier gibt’s weitere Erfahrungen:

Samsung Garantie & Gewährleistung

  • 24 Monate auf Smartphones und Tablets
  • 12 Monate auf Akkus
  • 6 Monate auf  Zubehör
    › Näheres erfahrt ihr dazu auf der Samsung-Aktionsseite

Einen ausführlichen Erfahrungsbericht gibt’s im populären SwagTab-YouTube-Kanal:

Huawei Garantie & Gewährleistung

  • 24 Monate auf Smartphones und Tablets
  • 6 Monate auf Akkus und Ladegeräte
  • 3 Monate auf Kopfhörer
    › Alles Wichtige dazu direkt bei Huawei

LG Garantie & Gewährleistung

  • 24 Monate auf Smartphones und Tablets
  • 6 Monate auf Akkus, Ladegeräte, Headsets (Zubehör)
    › Mehr zu den Garantiebestimmungen direkt bei LG

Sony Garantie & Gewährleistung

  • Garantie-Bestimmungen in den Handy-Einstellungen
    › Menü »Einstellungen«, dort weiter zu »Über das Telefon« und »Rechtliche Hinweise«
    › Mehr zum Support bei Sony

Sonderfall Apple: iPhone Garantie mit Apple Care+

Zur gesetzlichen Gewährleistungspflicht gibt es Apple Care+. Anders als bei den meisten anderen Herstellern zahlt ihr für die Zusatz-Garantie von Apple jedoch Geld. Und zwar derzeit für das iPhone 7, iPhone 7 Plus, iPhone 6s und iPhone 6s Plus stolze 149 Euro.

Und jede Reparatur wird mit einer weiteren Gebühr von mindestens 29 Euro berechnet (für das iPhone zum Beispiel 29 Euro für Display-Schäden sowie 99 Euro für andere Schäden). Klar, ein teures iPhone will geschützt werden. Allerdings solltet ihr vor dem Abschluss der Apple Care Plus Garantie noch einmal ganz genau ins Kleingedruckte schauen und euch überlegen, ob sich die freiwillige Garantie wirklich lohnt.


Habt ihr bereits Erfahrungen mit Garantie, Gewährleistung und Fällen, bei denen ihr den Hersteller in die Pflicht nehmen musstet?

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