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Drillisch: Preiserhöhung für winSIM angekündigt zum 1.5.2017 wegen EU-Roamingkosten – Widerspruch möglich?

Drillisch: Preiserhöhungen bei winSIM & Co.?Den günstigen Drillisch-Preisen für Allnet-Flats geht es anscheinend an den Kragen. So gibt Drillisch Preiserhöhungen z.B. für die Marke winSIM bekannt, und zwar für die günstigen winSIM LTE All Allnet-Flats, die im letzten Jahr noch für 6,99 € auf den Markt kamen (mittlerweile 7,99 €). Kunden haben uns sowie die Branchenkollegen von teltarif informiert, dass sich der Preis für Bestandskunden ab 1.5.2017 auf 8,99 Euro erhöhen solle. Hintergrund dafür sei die Einführung der EU-Roamingkosten-Freiheit ab Juni 2017. Allerdings wird zugleich die Möglichkeit des Widerspruchs eingeräumt. Auch weitere Drillisch-Marken könnten betroffen sein, schließlich ist der Anbieter auch für smartmobil-Tarife, PremiumSIM-, simply- oder DeutschlandSIM-Tarife verantwortlich.

Drillisch-Tarife & Marken, die betroffen sein könnten

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Neukunden können sich die winSIM LTE All 2GB ja seit Freitag eh nur noch zu veränderten Konditionen holen. Und Preise ab 6,99 € sind ja ebenfalls schon seit über einem halben Jahr Geschichte. Nun trifft es aber auch Bestandskunden, also diejenigen, die sich bislang mit ihrem Hammer-Tarif im o2-Netz sicher wähnten.

Drillisch Preiserhöhung

Die günstigsten Tarife der letzten Monate (von winSIM) scheinen aktuell von einer Drillisch-Preiserhöhung betroffen zu sein – Bestandskunden erhalten Schreiben, Mails bzw. SMS zu einer Preisanpassung

Fakten zur Preiserhöhung bei Drillisch

Was steckt hinter der Drillisch-Preiserhöhung für winSIM?

Der Grund für die kursierende winSIM-Preiserhöhung liegt ganz unverblümt in der Einführung der EU-Roaminggebühren ab Mitte Juni 2017. In dem Schreiben an die winSIM-Bestandskunden heißt es nämlich klipp und klar:

»[… ] Denn ab Mitte Juni können Sie Ihren Tarif in allen 28 Ländern der Europäischen Union so nutzen wie in Deutschland. Die bis dahin geltenden EU-Aufschläge fallen weg. Sie telefonieren und surfen mobil ohne Mehrkosten. Allerdings steigen auch bei winSIM verschiedenste Kosten. Uns ist es aber durch Effizienzsteigerungen gelungen, die notwendige Preisanpassung […] herauszuzögern und zudem moderat zu gestalten. […] Der Preis für Ihren Mobilfunktarif mit Rufnummer […]  erhöht sich ab dem 01.05.2017  um 2 Euro pro Monat (auf 8,99 €, Anmerkung von uns). Sie brauchen nichts unternehmen. Ihr Vertrag wird automatisch für Sie umgestellt. Ihre Tariflaufzeit bleibt unverändert.«

Heißt also: Weil die Kosten für die Auslandsnutzung irgendwie kompensiert werden müssen (ob ihr winSIM nun im EU-Ausland nutzt oder nicht), steigt die Grundgebühr. Gelogen ist das keinesfalls. Und auch kein vorgeschobener Grund.

Bereits zu Jahresbeginn haben wir ja darauf aufmerksam gemacht, dass das Preisniveau für Allnet-Flats in den nächsten Monaten bis zum Inkrafttreten der EU-Roamingverordnung anziehen wird. Mobilfunkunternehmen stellen sich nämlich weiterhin Leistungen gegenseitig in Rechnung, die Einnahmen aus den Roamingaufschlägen fallen jedoch weg. Vor allem mobiles Datenvolumen ist für die Mobilfunkunternehmen vergleichsweise teuer (7,70 € pro GB). Heißt also: Die Kosten für Drillisch werden tatsächlich (unkalkulierbar) steigen.

Ist die Drillisch-Preiserhöhung rechtens?

Kann ich gegen die Preiserhöhung bei winSIM Widerspruch einlegen? Wie geht das?

Kann ich gegen die Preiserhöhung bei winSIM Widerspruch einlegen? Wie geht das?

Auch wenn wir keine Juristen sind. Grundsätzlich meinen wir, so unschön es auch klingt: Ja. In den AGB werden ja die Vertragsbedingungen für eure Drillisch-Tarife geregelt. Steigen die Kosten für die Bereitstellung der Mobilfunkdienstleistungen, z.B. »aufgrund von behördlichen oder gerichtlichen Entscheidungen, wie z.B. der Bundesnetzagentur« (AGB X.2.),  kann auch eine Preisanpassung vorgenommen werden.

Da man natürlich als Mobilfunkunternehmen schon damit rechnen musste, dass bald die EU-Roamingverordnung in Kraft tritt, hat der Passus natürlich ein »Geschmäckle«, klar.

Kann ich der Drillisch-Preiserhöhung widersprechen?

Auch hier gilt: Ja, natürlich! Denn ihr habt schließlich einen Drillisch-Handytarif unter anderen Vorzeichen bzgl. der monatlichen Grundgebühr abgeschlossen. Darauf weist euch der Anbieter in dem Bestandskundenschreiben ja auch ausdrücklich hin:

»Sind Sie nicht einverstanden, können Sie Ihren Widerspruch bis einschließlich 30.04.2017 über den Menüpunkt „Widerspruch“ in Ihrer persönlichen Servicewelt einlegen.«

Der Widerspruch ist bei Drillisch demnach sogar kinderleicht. Hier mal am prominentesten Beispiel winSIM:

  • Ihr loggt euch in die winSIM-Servicewelt ein (für andere Marken natürlich eine entsprechend andere Servicewelt nutzen)
  • Unter »Mein Vertrag« findet ihr den Menüpunkt »Widerspruch«
  • Hier erscheint ein Fenster mit dem Inhalt: »Sofern Sie mit der Tarifanpassung nicht einverstanden sind, haben Sie die Möglichkeit, der Änderung zu widersprechen.« Wenn man hier auf den Button »Weiter« klickt, kommt ihr zur erneuten Abfrage in einem neuen Fenster
  • Es wird noch einmal nachgefragt, ob ihr wirklich widersprechen wollt. Und darauf hingewiesen, dass winSIM den Handyvertrag ja auch kündigen kann: »Bitte beachten Sie, dass wir uns im Fall des Widerspruchs eine Kündigung Ihres Vertrags vorbehalten.«

Das ist das gute Recht des Mobilfunkanbieters − der somit eindeutig am längeren Hebel sitzt. Schon in den AGB wird darauf übrigens hingewiesen. Solltet ihr widersprechen, rechnet damit, dass euch Drillisch (winSIM) kündigt. Das Ende eures Mobilfunkvertrags hängt dann von der Mindestvertragslaufzeit ab. Wer einen Tarif ohne Laufzeit hat, kann also monatlich gekündigt werden, anderen frühestens zum Ablauf der 24 Monate.

Haken: Widerspruchsfunktion funktioniert technisch (noch) nicht

  • In unserem kleinen Widerspruchstest funktioniert der Widerspruch allerdings (noch) nicht. Hier hieß es kurioserweise: »Die Funktion steht momentan nicht zur Verfügung. Bitte versuchen Sie es zu einem späteren Zeitpunkt nochmal. Besteht die Einschränkung über einen längeren Zeitraum, wenden Sie sich bitte an die Kundenbetreuung.«

Ob das nun also Masche ist, Zufall oder tatsächlich ein technisches Problem, kann ich euch nicht sagen. Ihr könnt ja mal in den Kommentaren dazu Stellung beziehen und berichten, wie es bei euch ist. Tragisch ist das übrigens nicht: Denn ihr könnt auch schriftlich widersprechen, z.B. per E-Mail (seit 1.10.2016 sind Kündigungen etc. ja so erlaubt).

Was passiert, wenn ich der Drillisch-Preiserhöhung widerspreche?

Drillisch: Widerspruch

Der Drillisch-Widerspruch ist möglich, allerdings riskiert ihr, dass euer Handyvertrag dann beendet wird

Ohne es konkret zu wissen, gehe ich schon davon aus, dass man euch den Handyvertrag kündigt. Denn ein Vertrag gilt ja immer für beide Seiten, also den Mobilfunkanbieter und den Mobilfunkkunden.

Bei einem 24-Monats-Vertrag könnte dann also nach 2 Jahren Schluss sein, bei einem Tarif ohne Laufzeit bereits früher. Jedenfalls hat Drillisch die Möglichkeit der ordentlichen Kündigung ebenso wie ihr, ob sie genutzt wird, entscheidet der Anbieter.

Folgen des Widerspruchs: Kündigung seitens des Anbieters wahrscheinlich

»Übt der Kunde sein Widerspruchsrecht aus, wird der Vertrag bezüglich der einzelnen vom Widerspruch umfassten Regelungen zu den bisherigen Geschäftsbedingungen bis zum Ablauf der Mindestvertragslaufzeit fortgesetzt.«

Letztlich kommt es wohl auch darauf an, wie hoch die »Kündigungswelle« insgesamt ausfällt. Kommt es zu Massen-Widersprüchen und kündigt winSIM all diesen Kunden tatsächlich, würde das ja auch einen gehörigen Kundenverlust bedeuten. Als börsennotiertes Unternehmen würde massiver Kundenrückgang zu schlechten Zahlen führen, die Investoren wiederum nicht gefallen − und der Börsenwert könnte fallen.

Welche Drillisch-Marken sind von einer Preiserhöhung betroffen?

Schwer zu sagen. Am preisaggressivsten ging Drillisch im letzten Jahr schließlich mit winSIM ans Werk, hier kamen die krassesten Preise zustande. Aber auch PremiumSIM-Tarife zur Markteinführung als Abwehr gegen Tarifhaus könnten ein Kandidat werden. Ebenso könnten Aktionstarife auf dem Prüfstand stehen. Smartmobil (damals mit dem Heino-Tarif) könnte ebenfalls dazugehören. Ob DeutschlandSIM, simply, smartmobil & Co. auch betroffen sind, wird die Zeit zeigen. Ich rechne vornehmlich mit winSIM-Preiserhöhungen.

Ich habe noch keine Nachricht von winSIM bzw. Drillisch erhalten: Bleibt mein Handytarif günstig?

Auch auf diese Frage können wir keine eindeutige Antwort geben. Gut möglich, dass in bestimmten Kunden-Wellen erst einmal die Resonanz getestet wird. Vielleicht sogar bei denjenigen, die lediglich 6,99 € oder 7,99 € zahlen, ohne jemals die Datenautomatik oder Zusatzleistungen in Anspruch genommen haben, also die richtigen Schnäppchenfüchse. Das ist aber alles reine Spekulation.

Da das EU-Roaming aber zum 15.6.2017 in Kraft tritt und als erster Termin für die Preisanpassung der 01.05.2017 genannt wird, gehe ich schon davon aus, dass man hier plant, bis spätestens 1.6.2017 für alle Marken eine entsprechende Preiserhöhung durchgedrückt zu haben. Das sagt mir aber allein mein Bauchgefühl.

Über Daniel (1821 Artikel)
Daniel hat den Handytarifmarkt seit 2010 intensiv im Blick und weiß um die günstigsten Handy-Deals in Handyshops, bei Tarif-Discountern, Serviceprovidern und Netzbetreibern und stellt euch die neuesten Handyschnäppchen und Tarifknaller vor. Daniel lebt in Berlin.

Habt ihr von Drillisch auch die Ankündigung einer Preiserhöhung erhalten? Werdet ihr widersprechen?

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