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Verbraucherzentrale fordert Bestätigungspflicht für telefonisch geschlossene Mobilfunkverträge – gut so!

Neue Marktwächter-Studie mit Daten aus 2017 vorgestellt - super Idee!

Bestätigungspflicht für telefonisch geschlossene Verträge Im Rahmen einer »aktuellen« Verbraucherzentrale-Studie aus dem Hause der »Marktwächter« wird eine Bestätigungspflicht für telefonisch geschlossene Verträge im Mobilfunk gefordert − wobei sich diese Quintessenz der Untersuchung. sicher auch auf andere Segmente ausweiten ließe. Richtig so, finden wir von den HandyRaketen, die uns schon mit nervigen Werbeanrufen von Klarmobil herumschlagen mussten − auch wenn wir dafür unser Einverständnis gegeben haben.

Telefonwerbung: »Auffällige Vertriebsstrategien« im Check

Schon vor mehr als einem Jahr gab die vzbv einen guten Überblick über die Praktiken der Telefonwerbung, auch ein Musterbrief zur Kündigung wurde hier zur Verfügung gestellt. Nur blöd, wenn Verbraucherverträge, die am Hörer abgeschlossen wurden, gar nicht mehr erst Schwarz auf Weiß beim Verbraucher vorliegen.

Wie soll dieser dann eigentlich kündigen? Und was hat man eigentlich genau abgeschlossen? Vielen geht das jedenfalls so, das hat die Studie hervorgebracht.

Bestätigungspflicht für Telefon-Verträge

Diese »auffälligen Vertriebsstrategien« haben die digitalen Marktwächter nämlich untersucht − wobei die Daten-Basis der Auswertung leider schon gut ein Jahr alt sind. Die Schlussfolgerung ist 2018 aber eindeutig (und keineswegs inaktuell), denn es wird eine Bestätigungspflicht für am Telefon geschlossene Mobilfunkverträge angestrebt.

Dass dies bereits immer noch keine feste Regelung darstellt, ist an sich eigentlich ein Indiz dafür, dass der Verbraucherschutz noch ordentlich aufholen muss und sich in der Vergangenheit Mikro-Themen abarbeitet, wo doch noch so viel Sinnvolleres im Argen liegt. So ist das Produktinformationsblatt im Mobilfunk mit Sicherheit eine gute Idee, in der Praxis aber meist ohne Aussagekraft gegenüber dem, was der Verbraucher am Ende tatsächlich (mit Sonderangeboten und Sonderkonditionen) gebucht hat, so jedenfalls unsere Praxiserfahrung.

Zum guten Ton seriöser Unternehmen gehört eine telefonische Bestätigung mit allen Vertragsdetails allerdings jetzt schon. Doch wer realisiert dies?

Wer hier nur Konditionen per WhatsApp, SMS oder sonst wie zugeschickt bekommt oder Leistungen ungefragt freigeschaltet werden, ohne dass eine Willenserklärung dafür abgegeben wird, sollte allgemein hinterfragen, ob der Vertragsschluss mit solchen Anbietern (trotz vielleicht günstiger monatlicher Grundgebühr) eine gute Wahl darstellt.

25% unbewusste Vertragsabschlüsse

Alarmierend ist aus unserer Sicht die Tatsache, dass sich 25% der Angerufenen gar nicht darüber im Klaren waren, dass sie gerade einen Vertragsschluss eingegangen sind. So heißt es:

» Jedem vierten Betroffenen war nicht bewusst, dass er einen Vertrag abschloss. «

Diese Erhebung zeigt somit, dass tatsächlich nachgebessert werden sollte, was das Verbraucherrecht in der Telefonwerbung betrifft. Denn wer am Telefon überrumpelt wird und somit in einen Vertrag schliddert, den er gar nicht möchte, kann eh nicht längerfristig beim Mobilfunkunternehmen gehalten werden; so viel Weitsicht sollten auch die Konzerne haben, die diese Verfahren aktuell anwenden.

Wie aktuell ist die Marktwächter-Studie?

Schade, dass sich die Marktwächter mit der Auswertung fast ein Jahr Zeit gelassen haben. So sind die Daten aus dem Sommer 2017 doch schon ein wenig veraltet, und insbesondere durch die neue Datenschutzgrundverordnung (Inkrafttreten zum 25.5.2018) dürfte sich die Situation evtl. schon ein wenig verändert haben.

So bietet mobilcom-debitel seit geraumer Zeit eine Anschlusspreisbefreiung für bestimmte Tarife gegen die ausdrückliche Einwilligung zur Kontaktaufnahme an (= bis zu 39,99 € Preisvorteil für den Kunden). Das ist natürlich lukrativ für den Verbraucher.

Bei der Kündigung von Mobilfunkverträgen kommt deshalb des Öfteren noch die Aufforderung, sich diesbezüglich noch einmal zurückzumelden, da noch »Fragen in Bezug auf die Kündigung« offen seien. Alles Schmarrn: Wer rechtzeitig gekündigt hat, muss sich nicht noch einmal zurückmelden; es ist einfach ein beliebter Trick zur Kundenrückgewinnung.

Bestätigungspflicht sorgt für mehr Transparenz und zufriedenere Kunden

Allerdings wird oftmals eben auch (mit unserer Meinung nach unlauten Methoden) versucht, Abos testweise unterzuschieben. So wurden wir bereits häufiger privat auf unseren Handy-Anschlüssen kontaktiert, um ein »Geschenk« für unsere langjährige Treue zu erhalten − wobei sich dieses dann als Testabo für Apps entpuppte, das nur im ersten Monat wirklich »geschenkt«, also gratis, ist.

Warum dieser Unfug so betrieben wird? Wir können diese Strategie der Telesales nicht nachvollziehen, sorgt dies doch mehr zu Unzufriedenheit, schlechtem Feedback auch in öffentlichen Foren und somit vermutlich mehr Schaden an der Marke, als es der Profit einspielen dürfte.

Wer solchen »Geschenk«-Angeboten erst noch einmal schriftlich zustimmen muss, Kosten bzw. Folgekosten kennt, macht sich zum einen mehr Gedanken darüber, ob er es nun wirklich haben möchte, erspart auch den Unternehmen die Bearbeitung von Widerrufsgesuchen und sorgt zum anderen vor allem für eins: Mehr Vertrauen zu seinem Anbieter. Außerdem würde es den schwarzen Schafen das Geschäft verhageln: Käme ein Vertragsschluss erst dann zustande (und nicht bereits am Telefon), fehlt einfache eine Rechtsgrundlage, wurde diese Bestätigung nicht erteilt.

Seriöse Branchengrößen (die meist eh bereits so agieren) sollten unserer Meinung nach also dieser Idee der gesetzlichen Bestätigungspflicht durch den vzbv nachkommen.

Daniel
Über Daniel (Redaktion) (3821 Artikel)
Mobilfunk-Experte und Schnäppchen-Fan seit 2009 / viel zu ehrlich, um euch einen zu teuren Handytarif anzuschnacken / kennt die Tricks der Mobilfunkanbieter und weist euch auf Kostenfallen hin / 2019 als Mobilfunkexperte für RTL im Einsatz / hat auf derselben Schule wie Pinar Atalay (ARD Tagesthemen) Abitur gemacht / nicht mit dem Torwart vom HSV zu verwechseln / zahlt monatlich 16,25 € für seine 10 GB Allnet-Flat im Telekom-Netz / Rufnummernportierer seit 1999

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