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Benchmark Test-Manipulationen der Smartphone-Hersteller: Huawei erwischt?!

Benchmark Manipulationen

Und wieder machen Neuigkeiten über Benchmark-Test-Manipulationen der Smartphone-Hersteller die Runde. Alle machen’s, nur wenige werden erwischt. So sieht Huawei jedenfalls die aktuelle Benchmark-Situation. Der chinesische Hersteller wurde unlängst beim Tricksen erwischt und vom Benchmark-Betreiber UL aus dem 3DMark-Ranking ausgeschlossen. Jetzt fordert das Unternehmen branchenweite Standards.

Denn: Wer laut Huawei nicht wie alle anderen trickse, könne nicht mit Top-Ergebnissen überzeugen. Und schließlich möchte jeder das beste Smartphone des Jahres abliefern. Traurig: Die Gier nach den Rankings verzerrt ein objektives Bild, selbst für Testmagazine.

Andererseits: Wenn im Leistungssport Doping betrieben wird, in Diesel-Abgasaffären Manipulationen ans Tageslicht kommen, dürfte plausibel sein, dass eine hoch technisierte Branche wie der Smartphone-Sektor trickst. Gut finden müssen wir das aber trotzdem nicht.

Benchmark Test Manipulationen der Smartphone-Hersteller noch immer üblich?

Offensichtlich sind Benchmark Manipulationen der Smartphone Hersteller noch immer üblich. Im September 2018 wurde Huawei von den Technik-Experten Anandtech erwischt. Hintergrund: Das chinesische Unternehmen hat seinen Smartphones wohl einen Performance-Modus verpasst. Das Handy erkennt, wenn ein Benchmarktest durchgeführt wird und wechselt dann unbemerkt in den wesentlich flotteren Modus. Am Ende kommen so wesentlich bessere Werte als im Alltagsgebrauch heraus.

Neben Huawei wurde auch Honor (eine Huawei-Tochter) beim Manipulieren erwischt. Modelle wie das Huawei P20, das Huawei P20 Pro, das Nova 3 sowie das Honor Play wurden in der Folge aus den Benchmark-Tests entfernt. Die Leistung im sogenannten Performance-Modus verbesserte sich nicht nur um ein paar Punkte – sondern verdoppelte sich den Angaben zufolge.

Huawei: Alle sollen Zugriff auf Performance-Modus erhalten, gemeinsamer Standard ist erwünscht

Huawei zeigt sich einsichtig, will den Performance-Modus nun für alle freischalten. Mit dem bald erhältlichen Update auf EMUI 9.0 sollen alle Kunden Zugriff auf diesen Modus erhalten, das Smartphone also mit voller Leistung betreiben können. Der Release des Updates wird im Oktober 2018 erwartet.

Außerdem forderte Huawei weitere Smartphone-Hersteller auf, gemeinsam an einem Benchmark-Standard zu arbeiten.

Im Statement von Huawei heißt es dazu:

»Huawei and UL have also discussed current common benchmark testing methodologies in general. UL and Huawei would like to participate in an industry movement to develop benchmarking standards that best serve the needs of manufacturers, press, and consumers.«

Benchmark-Manipulationen: Ein alter Hut

So ganz neu ist das alles nicht. Huawei behält also bis zu einem gewissen Grad recht, wenn das Unternehmen betont, dass Manipulationen branchenüblich seien, zumindest in China (via engadget.com). Immer mal wieder tauchen entsprechende Berichte in den Medien auf.

XDA-Developers veröffentlichte beispielsweise im Sommer 2017 einen ausführlichen Bericht und wies Manipulationen in den Benchmark-Tests zum OnePlus 5 nach. Anandtech hatten bereits 2013 Manipulationen bei zahlreichen Herstellern gefunden, so ergaben die Benchmark-Tests für das Samsung Galaxy Note 3, das S4 oder das HTC One zu hohe Werte. Und Nokia fiel 2012 mit falschen Kamera-Werten unangenehm auf (via theverge).

Eins solltet ihr nicht vergessen: Benchmark-Tests sind  grundsätzlich eher theoretisch geprägte Werte . Smartphones, die sich deutlich von vergleichbaren Geräten ihrer Preisklasse absetzen, sollten kritisch betrachtet werden.

Ein gutes Indiz ist der Prozessor: Ist dieser gleich, sollten die Benchmark-Ergebnisse ebenfalls vergleichbar sein, sich zumindest nicht um ein Vielfaches unterscheiden.

Zum Nachlesen: ZDNet erklärt die Thematik noch einmal ganz gut.

Daniel
Über Daniel (Redaktion) (3498 Artikel)
Mobilfunk-Experte und Schnäppchen-Fan seit 2009 / viel zu ehrlich, um euch einen zu teuren Handytarif anzuschnacken / kennt die Tricks der Mobilfunkanbieter und weist euch auf Kostenfallen hin / 2019 als Mobilfunkexperte für RTL im Einsatz / hat auf derselben Schule wie Pinar Atalay (ARD Tagesthemen) Abitur gemacht / nicht mit dem Torwart vom HSV zu verwechseln / zahlt monatlich 16,25 € für seine 10 GB Allnet-Flat im Telekom-Netz / Rufnummernportierer seit 1999


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