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Handy-Wasserschaden reparieren: Reis, Garantie oder Versicherung: Wer oder was hilft da eigentlich?

Handy Wasserschaden

Ein Handy-Wasserschaden ist mehr als ärgerlich – sind auf eurem Smartphone doch wichtige Daten gespeichert, die es zu retten gilt. Garantie, Versicherung oder der Tipp mit dem Reis: Was hilft, wenn das Handy Dauerregen ausgesetzt war, ins Klo oder in den See gefallen ist?

Auch wenn euch der Wasserschaden einen gehörigen Schrecken einjagt, gilt es, besonnen zu reagieren. Wir haben Tipps gesammelt, mit denen ihr euer Smartphone vielleicht doch noch vor dem Ertrinken retten könnt – und verraten außerdem, wie ihr Vorsorge leistet.

Schutz vor Handy-Wasserschaden dank IP-Norm

Einmal nicht aufgepasst, schon ist es passiert. Nicht nur tollpatschigen Usern ist das Smartphone bestimmt schon einmal aus den Händen gerutscht. Ärgerlich, wenn das ausgerechnet am See, in der Badewanne oder am Waschbecken bei laufendem Wasserhahn passiert. Auch Stürze ins Klo oder telefonieren bei Regen können dem Handy zusetzen. Der beste Schutz vor einem Handy-Wasserschaden ist dabei, direkt auf ein wasserfestes Handy mit entsprechender IP-Norm zu achten. Doch aufgepasst: Hier gibt es Unterschiede. Schutz vor Spritzwasser bedeutet etwa nicht, dass das Handy baden (oder tauchen) gehen darf.

IP-Schutzklasse für Smartphones: Wasserschutz, staubschutz

»IP« ist die Abkürzung für »International Protection Marking«. Die IP-Schutzklasse besteht aus zwei Ziffern – je höher, desto besser der Schutz. Die erste Ziffer gibt an, wie gut das Handy vor Staub geschützt ist. Höchste Ziffer ist hier die 6. Die zweite Ziffer ist interessant, wenn es um den Wasserschutz geht. Hier ist maximal eine 8 möglich. Die wohl geläufigste Kombination ist die  Norm IP-67 . Das bedeutet: Staubschutz und Schutz bei Tauchgängen in 1 Meter Tiefe für maximal 30 Minuten.

Aufgepasst: Auch eine perfekte IP-Norm schützt nicht grundlegend vor Wasser: Die größte Hürde sind Anschlussbuchsen – hier kann das empfindliche Gehäuse schnell Schäden davontragen – und dann kann Wasser eintreten, etwa über feine Risse.

Sommer wie Winter: Euer Handy mag keine Temperatur-Extreme. Die besten Tipps zur heißen und nass-kalten Jahreszeit haben wir in unseren Ratgebern Handy-Wintertipps und Handy bei Hitze gesammelt.

Vorsorge: Wasserdichte Hüllen und Handy-Cases

Ist das Handy von Haus aus nicht mit einer entsprechenden Norm versehen, könnt ihr auch vorsorgen und für wenig Geld eine passende Hülle oder ein Smartphone-Case ergänzen. Mitunter sind die Schutzhüllen sogar zum Knipsen von Unterwasser-Fotos geeignet.

Auch hier gilt: Lest aufmerksam die Artikelbeschreibung. Wenn ihr vorhabt, das Handy mit ins Wasser zu nehmen, dann sollte das Case mit entsprechender IP-Norm versehen sein. Klar: Die Hülle sollte natürlich sorgfältig verschlossen werden und darf keine Risse aufweisen. Achtet auch auf Bewertungen der Amazon-Kunden.

Handy-Wasserschaden reparieren: So trocknet ihr euer Smartphone

Wer kein wasserfestes Handy besitzt und auch keine entsprechende Hülle verwendet, dem bleibt nur eins: Den Handy-Wasserschaden reparieren. Das kann funktionieren – wenn ihr euer Handy langsam trocknen lasst. Das Stichwort lautet: Langsam! Auf keinen Fall solltet ihr das Smartphone auf die Heizung oder in den Backofen legen. Und auch, wenn ihr unbedingt wissen wollt, ob eure Daten noch vorhanden und das Handy betriebsfähig ist: Lasst das Smartphone ausgeschaltet, denn sonst kann es zu einem Kurzschluss kommen.

Ob eine professionelle Handyreparatur ebenfalls weiterhilft, lässt sich schwer sagen. Denn so oder so hängt der Erfolg bei einem Smartphone mit Wasserschaden von vielen Faktoren ab.

Handy Wasserschaden reparieren

Lässt sich überhaupt ein Handy-Wasserschaden reparieren? Oder ist das Gerät dann gleich kaputt wie mit einem defekten Display nach einem Sturz?

Hier noch einmal die wichtigsten Tipps in der Übersicht:

  • Handy ausschalten: Versucht ihr, das nasse Handy einzuschalten, kann es zu einem Kurzschluss kommen. Auch das Aufladen ist in dieser Zeit tabu.
  • Hülle entfernen, Akku entnehmen: Damit das Handy optimal trocknen kann, solltet ihr eine eventuelle Hülle sowie, falls möglich, den Akku entfernen. Auch Speicher- und SIM-Karte könnt ihr entnehmen.
  • Zeit nehmen: Beim Wasserschaden ist Geduld gefragt. Legt das Smartphone am besten auf ein trockenes Tuch und wartet ab – am besten mehrere Tage. Vorsichtige Bewegungen sind in Ordnung – so checkt ihr, ob sich Wassertropfen im Gerät befinden und könnt diese langsam herauströpfeln lassen. Schütteln verteilt das Wasser dagegen.
  • Trockentücher bereithalten: Wassertropfen tupft ihr am besten sofort ab. Geeignet sind Taschentücher oder Küchenrolle. Achtet nur darauf, keine Fussel im Gehäuse zu verteilen.
  • Akku wechseln: Auch nach langer Trockenzeit funktioniert das Handy nicht? Mit etwas Glück ist nur der Akku beschädigt. Der Tausch funktioniert natürlich nur bei Modellen mit wechselbarem Akku.
  • Handy reinigen: Wer es sich wirklich zutraut (!) kann sich an der Reinigung der Platine versuchen. Dazu vorsichtig alle Kabel entfernen und die Platine rund 48 Stunden in wasserlöslichen Alkohol legen. Anschließend gut trocknen lassen – und das Handy zusammensetzen. Achtung: Nutzt diesen Tipp wirklich nur, wenn ihr wisst, was ihr da macht und euch auch den Zusammenbau zutraut – es handelt sich schließlich um sehr empfindliche Bauteile.

iPhone Wasserschaden – ein Sonderfall?

Die neuen iPhones sind immerhin mit IP-Norm ausgestattet, das iPhone X ist etwa nach IP-67-Norm vor Schäden beim Untertauchen geschützt. Ist euer iPhone nicht wasserfest oder vermutet ihr einen iPhone Wasserschaden, ist das Auseinanderbauen jedoch nicht so einfach: Der Akku ist fest integriert und das Öffnen kann die Garantie zum Erlöschen bringen. Deshalb ist das Trocknen deutlich schwieriger, sozusagen ein Sonderfall.

Bei Wasserschaden Daten retten

Noch ein Grund, SIM-Karte und externe Speicherkarte zu entfernen: Möglicherweise sind diese nicht beschädigt worden, auch wenn das Handy nicht mehr verwendbar ist. So könnt ihr wenigsten (einen Teil) eurer Daten retten.

Aber: Wer Geduld mitbringt und das Handy an der Luft trocknen lässt, kann den dauerhaften Schaden vielleicht vermeiden und seine Handy-Daten retten. Behaltet bei kreativen Trockner-Ideen immer im Hinterkopf: Handys sind nicht für Temperatur-Extreme geschaffen. Auf der Heizung, in der Sonne, der Mikrowelle oder vor dem Kamin hat das Smartphone also gar nichts zu suchen.

Um Kurzschlüsse zu vermeiden, solltet ihr das Handy am besten  für 48 Stunden  liegen lassen – besser sind sogar 72 Stunden. So stellt ihr sicher, dass alle Wassertropfen entfernt werden und keinen Schaden mehr anrichten können.

Was taugen Erste-Hilfe-Kits bei Wasserschäden?

Für unter 15 € sind sogenannte FirstDryKits für das Handy erhältlich. Diese erhalten durchaus gute Bewertungen und sind noch dazu kompakt genug, um sie mit in den Urlaub zu nehmen. Enthalten ist ein spezielles Trockenmittel, dass das Handy innerhalb von 48 Stunden wieder auf die Beine bringen soll. Funktioniert also so ähnlich, wie das schnöde Trocknen an der Luft.

Einem Handy-Wasserschaden vorbeugen!

Klar: Wenig geholfen ist euch, wenn ihr das Erste-Hilfe-Kit erst bestellen und auf die Auslieferung warten müsst. Das Set nützt also eher als Vorsorge-Lösung.

Handy ins Klo gefallen: Reis als Geheimtipp?

Immer wieder wird Reis als Geheimtipp gehandelt, wenn das Handy ins Klo fällt oder im Regen liegen gelassen wird. Der Reis soll die Flüssigkeit aus dem Handy ziehen und selbst aufnehmen. Klingt in der Theorie gut, in der Praxis scheiden sich daran jedoch die Geister.

Wir finden: Ausprobieren schadet nicht – zumindest als letzte Lösung. Denn kaputt ist das Handy dann ja ohnehin. Legt das Handy am besten zusammen mit dem Reis in einen Plastikbeutel und verschließt diesen. Vorteil: Reis ist in den meisten Haushalten zu finden – anders als ein Erste-Hilfe-Kit. Und noch dazu deutlich günstiger.

Handy versenkt – Flüssigkeit ist entscheidend

Wer sein Handy versenkt hat, sollte auch auf die Art der Flüssigkeit achten. Reines Leitungswasser ist einfacher zu entfernen als klebrige Cola oder seifiges Badewasser. »Fremdstoffe« können das Handy verschmutzen – und dauerhaft unbrauchbar machen.

Versicherung & Garantie bei Wasserschäden

Zahlt die Versicherung, wenn das Handy abtaucht und nach dem Wasserschaden nicht mehr zu retten ist? In der Regel habt ihr schlechte Karten. Die Hausratversicherung übernimmt den Schaden in der Regel nicht. Und auch extra abgeschlossene Handyversicherungen decken nicht alle Bade-Unfälle ab. Hier gilt es, das Kleingedruckte einzelner Versicherungen genau zu checken. Wer sich etwa grob fahrlässig verhält, dürfte den Wasserschaden nicht ersetzt bekommen. Auch witterungsbedingte Schäden (etwa durch Regen) werden selten abgedeckt. Außerdem ist ein Nachweis erforderlich: Wie entstand der Schaden?

Handy geht baden – ein Fall für die Garantie?

Garantie- oder Gewährleistungsansprüche entstehen durch ein Handy auf Tauchgang nicht. Übrigens: Wer beim Hersteller nicht mit offenen Karten spielt, hat das Nachsehen:  Über eingebaute Feuchtigkeitssensoren kann in der Regel ausgelesen werden, ob ein Wasserschaden vorliegt  – wenn das Handy baden geht, lohnt sich das Verschweigen also kaum.

Handy-Wasserschaden: Wie sind eure Erfahrungen? Was ist euer Geheim-Trick?

Wenn das Handy ins Wasser fällt, ist guter Rat teuer – vielleicht konnte ja der eine oder andere Hinweis in diesem Ratgeber helfen, den Schaden einzudämmen. Hat das geduldige Trocknen geholfen? Oder habt ihr Reis und Erste-Hilfe-Sets herangezogen? Und was haltet ihr von wasserdichten Schutzhüllen? Berichtet doch mal von euren Erfahrungen. Und teilt gerne euren Geheim-Trick gegen Wasserschäden am Handy in den Kommentaren. Vielen Dank!

Daniel
Über Daniel (Redaktion) (3498 Artikel)
Mobilfunk-Experte und Schnäppchen-Fan seit 2009 / viel zu ehrlich, um euch einen zu teuren Handytarif anzuschnacken / kennt die Tricks der Mobilfunkanbieter und weist euch auf Kostenfallen hin / 2019 als Mobilfunkexperte für RTL im Einsatz / hat auf derselben Schule wie Pinar Atalay (ARD Tagesthemen) Abitur gemacht / nicht mit dem Torwart vom HSV zu verwechseln / zahlt monatlich 16,25 € für seine 10 GB Allnet-Flat im Telekom-Netz / Rufnummernportierer seit 1999

Habt ihr Tipps gegen einen Smartphone-Wasserschaden? Was hat euch weitergeholfen?

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