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SIM-Lock: Was ist das? Was bedeutet Net-Lock? Wo ist der Unterschied?

SIM-Lock: Was ist das?

SIM-Lock: Was ist das?

Smartphones sind ab und zu noch mit SIM-Lock oder mit Net-Lock ausgestattet. Doch was ist der Unterschied zwischen SIMlock und Netlock?

Provider verwenden die Sperrung eines Smartphones gerne, um die Verwendung mit anderen Verträgen oder in anderen Netzen zu unterbinden. Denn gerade im Bundle aus Handy mit Vertrag wird das Smartphone für eine besonders geringe Zuzahlung angeboten. Das lohnt sich für den Provider oft nur, wenn der Kunde das Handy aktiv nutzt. In Zeiten von Allnet-Flats hat ein SIM-lock aber immer weiter ausgedient.

Darf ich das Handy selbst entsperren, SIM- und Netlock also aufheben?

iPhone Netlock bei Vodafone

Hinweis Aus aktuellem Anlass: Wie in jedem Jahr werden die neuen iPhones (iPhone 8 (Plus), iPhone X) in Vodafone-Verträgen mit einem Netlock versehen, d.h. sie können erst einmal nur mit Vodafone-Tarifen genutzt werden. Die Entsperrung, also das Aufheben dieser Netzsperre ist  ab dem 1.2.2018 über iTunes  möglich.

SIM-Karte: SIM-Lock, Net-Lock oder Branding? Das ist der Unterschied

SIM- und Net-lock sind nicht mit dem Handy-Branding zu verwechseln. Gebrandete Smartphones sind etwa mit besonderer Software wie speziellen Apps des jeweiligen Providers ausgestattet. Gebrandete Smartphones können über einen SIM-lock oder einen Net-lock verfügen, es ist aber auch möglich, dass die Handys abgesehen vom Branding offen für die Verwendung in anderen Tarifen und bei anderen Providern sind.

Was bedeutet SIM-Lock?

Der SIM-Lock bringt die stärksten Einschränkungen mit, denn ein Handy mit SIM-Lock-Sperre kann nur mit der dazu passenden SIM-Karte verwendet werden. Bis zum Ablauf der Vertragslaufzeit seid ihr somit an den abgeschlossenen Vertrag gebunden und könnt weder den Provider noch das Netz wechseln.

Ein SIM-Lock wird eingesetzt, wenn ihr ein Bundle aus Handy mit Vertrag abschließt. Nach Ablauf der Vertragslaufzeit kann die SIM-Lock-Sperre aufgehoben werden. Ihr erhaltet dann zum Beispiel einen Entsperrcode von eurem Provider. Mit diesem Code könnt ihr die Sperre entfernen und das Handy unabhängig vom Handynetz oder vom Anbieter verwenden.

Sim-Lock mit eSIM

Zukünftig kann der SIM-lock per eSIM einfacher umgesetzt werden. So kann die eSIM der Apple Watch Series 3 ausschließlich über die Telekom zur Verwendung im LTE-Netz freigeschaltet werden.

SIM-Lock: Gesetze und rechtliche Situation

Ursprünglich wurde das iPhone einmal exklusiv von der Telekom verkauft, das Smartphone verfügte über einen SIM-lock. Dieser sollte eigentlich auch nach Ablauf der Mindestlaufzeit nicht aufgehoben werden. Das iPhone sollte also generell nur mit dem passenden Telekom-Vertrag nutzbar sein. Erst eine durch Vodafone erwirkte einstweilige Verfügung ließ die Telekom zurückrudern. Vodafone versah das iPhone selbst mit einem Net-Lock, ruderte dann aber wieder zurück, sodass sich iPhones entsperren ließen. Mittlerweile kann das iPhone auch in anderen Netzen und bei anderen Providern mit Vertrag abgeschlossen und genutzt werden.

SIM-Lock: Entsperrung erlaubt?

Die Aufhebung einer SIM-Lock-Sperre ist laut aktueller Rechtsprechung vor Ende der Vertragslaufzeit und ohne Einwilligung des Providers nach § 303a StGB (Datenveränderung) verboten. Dazu liegt zum Beispiel ein Urteil des Amtsgerichts Göttingen vom 4. Mai 2011 vor (Aktenzeichen 62 Ds 51 Js 9946/10).

Es kursieren zwar verschiedene Anleitungen, doch befindet ihr euch in einer rechtlichen Grauzone, wenn ihr die Sperre im Vorfeld aufhebt. Der Provider erlaubt mitunter die Aufhebung der Sperre, allerdings nur gegen Zahlung einer Entsperr-Gebühr. Das lohnt sich in den meisten Fällen jedoch finanziell nicht.

Übrigens: Innerhalb der Europäischen Union gelten ganz unterschiedliche Regelungen. Während in Finnland der SIM-lock grundsätzlich verboten ist, ist die Sperrung des Handys per SIM-Lock etwa in Ungarn üblich − und die Entsperrung durch den Kunden verboten.

Was ist Net-Lock?

Nutzt ihr einen Vertrag mit Netlock, dann ist das jeweilige Smartphone für die Verwendung in einem bestimmten Netz bestimmt. Ihr könnt den Handytarif sowie den Mobilfunkanbieter also wechseln, vorausgesetzt, der neue Tarif wird im vorgesehenen Handynetz umgesetzt. Mit NET-Lock seid ihr also nicht an eine bestimmte SIM-Karte gebunden, aber an das entsprechende Netz. Beispiel Vodafone: Ein NET-Lock-Smartphone von Vodafone kann auch mit dem Discounter-Tarif von otelo genutzt werden, da dasselbe Mobilfunknetz (D2) zugrunde liegt.

Nach Ablauf der vereinbarten Mindest-Vertragslaufzeit (in der Regel 24 Monate), kann ein Net-Lock aufgehoben werden. Ihr könnt das Handy dann also frei in allen Netzen verwenden.

Unser Tipp: Achtet bei einem Handykauf unbedingt darauf, dass es sich um ein Smartphone ohne SIM-Lock und ohne NET-Lock handelt. Meist wird hier auch die Bezeichnung »frei für alle Netze« verwendet.

Daniel
Über Daniel (Redaktion) (3400 Artikel)
Mobilfunk-Experte und Schnäppchen-Fan seit 2009 / viel zu ehrlich, um euch einen zu teuren Handytarif anzuschnacken / kennt die Tricks der Mobilfunkanbieter und weist euch auf Kostenfallen hin / 2019 als Mobilfunkexperte für RTL im Einsatz / hat auf derselben Schule wie Pinar Atalay (ARD Tagesthemen) Abitur gemacht / nicht mit dem Torwart vom HSV zu verwechseln / zahlt monatlich 16,25 € für seine 10 GB Allnet-Flat im Telekom-Netz / Rufnummernportierer seit 1999

Welche Erfahrungen habt ihr mit SIM-Lock und NET-Lock gemacht?

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