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Jahresbericht der Bundesnetzagentur: Das sind die wichtigsten Mobilfunk-Kennzahlen aus dem Jahr 2020 – es bleibt alles anders!

BNetzA-Jahresbericht für Telekommunikation analysiert

Bundesnetzagentur Jahresbericht Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat zum 19.5.2021 ihren (erneut wirren, weil undurchsichtigen) Jahresbericht 2020 vorgestellt − und wir wollen einen kurzen Blick auf die Entwicklungen im Mobilfunksektor werfen. Denn ab Seite 49 dürfte es für den ein oder anderen Interessierten durchaus spannend werden. Die Erhebungen der Behörde geben Aufschluss über die Entwicklung in Deutschland, ob technologisch oder aber monetär. Statistische Erkenntnisse sowie Nutzungspräferenzen lassen sich hier ablesen. Was steht also drin im BNetzA-Bericht für das vergangene Jahr für den Mobilfunk in Deutschland?

Jahresbericht der Bundesnetzagentur 2020 (aus Mobilfunk-Sicht)

UPDATE VOM 19.5.2021 Diesmal geht es so richtig ab Seite 65 (von 175) los. Frisches gibt es nicht zu berichten. ;-) Was geblieben ist: Wirres Zahlenmaterial: Mal Prozentwerte, mal absolute Kennzahlen − macht Jahresvergleiche einfach schwierig.

1,3 SIM-Karten pro Kopf, 75% bei Netzbetreibern, nur jeder 3. nutzt Prepaid, VoLTE auf dem Vormarsch

  • Nach wie vor gilt: Statistisch haben wir  pro Kopf 1,3 SIM-Karten ,
  • der  Netzbetreiber-Anteil der Verträge  liegt bei 75% (1% mehr als letztes Jahr),
  • der Prepaid-Anteil liegt bei 33% (zuvor: 34%),  Postpaid  demnach bei 67%

LTE-Anteil steigt, pro SIM-Karte 3,1 GB Datenverbrauch, mehr VoLTE

  • LTE wird mittlerweile auf 63,6 Mio. Karten genutzt − ein Plus von 6% gegenüber dem Vorjahr. Uns überrascht aber, wie niedrig diese Zahl Ende 2020 doch kurz vor der UMTS-Abschaltung 2021 ausfällt (Gesamtzahl der SIM-Karten: 107,5 Mio.). Diese Werte kommen uns viel zu niedrig vor und sind irgendwie nicht schlüssig − sie stehen aber andererseits auch nur leicht im Kontrast zur Feststellung im OpenSignal Erlebnisbericht 2021 (dort wurde gemessen, dass Netzbetreiber-Kund*innen zu mehr als 90% LTE/4G-Verfügbarkeit angaben − und der Netzbetreiber-Anteil liegt ja nun einmal bei 75%)
  • Pro SIM-Karte werden laut begleitender Pressemitteilung  3,1 GB Daten pro aktiver SIM-Karte  verbraucht − wieder einmal ein ganz klares Plus gegenüber dem Vorjahr und analog zu den VATM-Werte aus Oktober 2020
  • Im Durchschnitt kostete ein SIM-only-Vertrag  16,30 €  (brutto, wir haben mit 19% gerechnet trotz halbjähriger MwSt.-Senkung) pro Monat (netto: 13,70 €). Das liegt nicht nur an der Mehrwertsteuer, wie sich aus dem Netto-Vorvergleich herauslesen lässt (Nettopreise: 50 Cent günstiger).  Mobilfunk wurde 2020 also billiger !

Interessant ist die Ausweisung von Voice over LTE: Hier gab es einen deutlichen Anstieg im letzten Jahr!

  • VoLTE wird mittlerweile von 45,7% genutzt. Im Vorjahr waren es nur 32,2%. Zeigt also, dass immer mehr Provider diesen Komfortdienst anbieten.

Jahresbericht der Bundesnetzagentur 2019 (aus Mobilfunk-Sicht)

URSPRÜNGLICHER BEITRAG VOM 4.5.2020 Wer es genauer wissen möchte, sollte sich ab Seite 58 definitiv näher einlesen.

1,3 SIM-Karten pro Kopf, 74% bei Netzbetreibern, nur jeder 3. nutzt Prepaid

Hier ein paar Feststellungen, die den Trend der letzten Jahre widerspiegeln, ohne groß zu überraschen:

  • Statistisch haben wir  pro Kopf 1,3 SIM-Karten , gerechnet auf alle Bundesbürger(innen), auch auf die Neugeborenen. Dieser Wert ist seit 3 Jahren konstant
  • Der Anteil derjenigen, die direkt bei einem  Netzbetreiber unter Vertrag  sind (Telekom, Vodafone, o2) liegt bei 74% (ebenfalls konstant) − Provider haben also noch einiges aufzuholen bzw. hier schlummert Potenzial ;-)
  • Der  Postpaid-Anteil  steigt jährlich um 1%, lag 2019 bei 66%. Auf Prepaid-Tarife entfiel demnach ein Anteil von 34%, d.h. nur jeder dritte Mobilfunktarif ist noch ein Prepaid-Tarif

LTE-Anteil, im Schnitt 2,14 GB Daten verbraucht

Kommen wir nun zu den Entwicklungen, die bemerkenswerter sind:

  • Der  LTE-Anteil  lag 2019 bei 55% − was bedeutet, dass 45% der Nutzer(innen) nur UMTS/GSM zur Verfügung stand. Klar, die Umstellung auf LTE fand im letzten Jahr nach und nach statt. Aber letztlich hätten wir hier schon einen bedeutend höheren LTE-Anteil 2019 vermutet. Immerhin dominiert mittlerweile LTE; 2017 waren es nur 41%.
  • Die Datennutzung steigt (weiter): Pro SIM-Karte wurden  2,14 GB versurft , 99 Minuten vertelefoniert und 6 SMS verschickt − der Datenverbrauch deckt sich damit in etwa mit der VATM-Studie
  • Im Durchschnitt kostete ein SIM-only-Vertrag  17,39 €  (brutto) pro Monat (in etwa konstant zu den Vorjahren − leichte Preiserhöhung). Die These, dass Mobilfunk von Jahr zu Jahr billiger wird, lässt sich nicht aufrechterhalten, aber die Leistungen steigen parallel dazu ja signifikant an
  • Die  Nutzung von Voice over LTE  (VoLTE) nimmt stark zu: 2019 verzeichnete die BNetzA eine Nutzung bei 32,2 Mio. von 107,1 Mio. SIM-Karten, 2018 waren es noch 20,9 Mio. (von 107,5 Mio.).

Mobilfunk-Jahresbericht der Bundesnetzagentur im Check

Fassen wir die Daten kurz zusammen: Die Anzahl der aktiven SIM-Karten bleibt konstant, die Leute tendieren bei Mobilfunkangeboten (nach wie vor) zu Netzbetreiber-Angeboten (statt Providern), und der Prepaid-Anteil nimmt weiter leicht ab. Klar: Der Datenverbrauch steigt weiter, an den Kosten wird wenig geschraubt, zum Vorteil.

Erschreckend sind für uns die Zahlen in puncto LTE: Gibt es immer noch so wenige LTE_Nutzer?

Wieder einmal sehr anstrengend zeigt die Interpretation der gegebenen Daten. Mal absolute Werte, mal prozentuale Verteilungen: Die BNetzA müsste hier dringend mit klarerer Sprache agieren.

Daniel
Über Daniel (Redaktion) (4505 Artikel)
Mobilfunk-Experte und Schnäppchen-Fan seit 2009 / viel zu ehrlich, um euch einen zu teuren Handytarif anzuschnacken / kennt die Tricks der Mobilfunkanbieter und weist euch auf Kostenfallen hin / 2019 als Mobilfunkexperte für RTL im Einsatz / zahlt monatlich ca. 12 € für seine Unlimited-Flat im Vodafone-Netz / Rufnummernportierer seit 1999 / nutzt aktuell ein iPhone

Welche Mobilfunkkennzahl aus dem Jahresbericht überrascht euch?

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3 Kommentare zu Jahresbericht der Bundesnetzagentur: Das sind die wichtigsten Mobilfunk-Kennzahlen aus dem Jahr 2020 – es bleibt alles anders!

  1. 🚀güdi🚀 // 4. Januar 2021 um 20:45 // Antworten

    Mion, mion Daniel und Gud’n Aben’d Christian,

    ja die „BNetzA“ versteht bei „Der“, schon seit längerem
    …“verbotenen Telefonwerbung“… keinen… Spaß… mehr..!

    Ein Bußgeld fur ein „Call-Center“ die Cell it! GmbH & Co.KG
    (in Hamburg;Kiel;Magdeburg;Bremen und Kleinmachnow) in Höhe
    von leider nur …145.000,- €….!(viel zu wenig..!)

    Auch wenn dieses Call Center, nur im Auftrag von schon wieder
    mal …MOBILCOM DEBITEL…und dem Pay TV Anbieter SKY Deutschland
    die Anrufe und die Gewinnspielchen ( natürlich nur mit der „Werbeeinwilligung“..über das berühmte „Hintertürchen“) ausgeführt hat.

    Es wurden viele MD Kunden (Adressendatei von MD),wiedermal durch-telefoniert und nach dem Gespräch (..bei Nichterfolg..!), einfach irgendwelche kostenpflichtige Zusatzleistungen…zu der Rechnung mitaufgebucht.

    Wann…? Hört dieser …gequirlte Mist…endlich mal auf…?
    Die Geldbuße müsste, vielleicht mal auf ..750.000 – 1.000.000 €..
    erhöht werden, damit „es“ mal richtig „zwickt“ bei MD & Co…KG.

    Da ich ja seit 01.10.2020 mit meinem Samsung S 20, wieder den
    Promo „green VF 10 GB“ (24,99 €) abgeschlossen habe, wurde auch
    bei mir versucht (so etwa fünf mal) anzurufen…leider für das
    Call Center…KEIN…Glück…da ich..NIE..abgehoben habe…
    wenn immer diese bestimmte Rufnummer,( nach dem zweiten Anruf..
    habe ich, die Nummer mit einem „Re-Call“ mal gegen gecheckt,
    natürlich nur den „Namem“ abgehört dann gleich aufgelegt)
    im Display erschien,…einfach nicht abheben…und Tschüss..

    Was mir persönlich, so auf die Nerven geht ist…

    Daniel und Christian…

    ich habe bei MD in meinem Account, gleich einen Tag nach Vertragsbeginn (02.10.2020) die sogenannte „WERBE-EINWILLIGUNG“ auf „Deaktivieren“
    eingestellt und trotzdem …wird noch Angerufen..? Natürlich über
    eine „Hintertür“ in Form eines …Call Centers..!

    Wie findet Ihr denn das…?
    Was kann man denn…dagegen noch machen b.z.w.
    wie wert man sich,…dagegen… am Besten..?
    Nur melden bei der ..BNetzA..?

    Es grüßt Euch der Handy Raketen Fan 🚀güdi🚀

    • Moin güdi,

      also ich denke, da gibt es nur eine Meinung: Dem muss das Handwerk gelegt werden, und es schadet dem Ruf der beauftragenden Unternehmen (es muss zu mehr Pflicht- und Verantwortungsbewusstsein bei den Unternehmen kommen, wie es ja global in anderen Branchen auch durch das neue Lieferkettengesetz entsteht). Es ist gut, dass die BNetzA tätig wird – aber vermutlich wird es eben leider noch mehr solcher Fälle geben (bestimmt auch in nicht von der BNetzA geregelten Branchen).

      Untergeschobene Verträge (sollte es denn genau so sein, wie die BNetzA es beschrieb) sind für mich noch eine Stufe schlimmer als „nur“ unerlaubte Telefonwerbung (die ist an sich schon schlimm) – da müsste in jedem Fall drastisch vorgegangen werden. md selbst hatte ja bereits ein Bußgeld kassiert (> https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2020/20200717_mobilcom.html), dagegen aber Einspruch eingelegt. Wenn die Werbeeinwilligung entzogen wurde, darfst du auch nicht mehr angerufen werden – wenn das so belegbar ist, ganz klar ein Verstoß gegen das Werbeverbot (theoretisch kannst du deinen Fall also auch hier schildern, für mich derzeit das einzig probate Mittel > https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Sachgebiete/Telekommunikation/Verbraucher/UnerlaubteTelefonwerbung/Beschwerdeeinreichen/beschwerdeeinreichen-node.html).

      Allerdings wünsche ich mir Abstufungen (aktuell scheinen 145.000 € ja ein gängiges Bußgeld zu sein) – zwischen Vorsatz (Abtelefonieren von Listen) und Versehen (einige wenige, deren Karteihäkchen „übersehen“ wurden oder wo die Datenübermittlung der Werbe-Einwilligung mit Verzögerung einging) sollte es große (!) Unterschiede geben, auch gemessen an dem Schaden, der dadurch tatsächlich für den einzelnen Kunden entsteht. Bei untergeschobenen Verträgen (sofern eindeutig nachweisbar, nicht in Bezug auf das o.g. Unternehmen, da ich den Fall und die Beweisführung nicht beurteilen kann – das Urteil ist ja auch noch nicht rechtskräftig) müsste es m.M.n. nur ein Mittel geben, um auch wieder das Vertrauen der Verbraucher(innen) ggü. Hotlines zurückzugewinnen: Dokumentations- und Zustimmungspflicht (also: Wer telefonisch etwas abschließen möchte, muss es im Nachgang per Mail aktiv bestätigen – unter Hinweis auf sämtliche Kosten). Und endlich mein lang ersehnter Kündigungsbutton, wie er ja mittlerweile auch politisch gefordert wird (also das schnelle Loswerden von Verträgen, die man nicht möchte bzw. die einem (was schlimm genug ist) untergeschoben wurden). Unternehmen, die Verträge unterschieben (und das mit System), sollte generell die Geschäftserlaubnis entzogen werden – das ist meine persönliche Meinung.

      Grundsätzlich ist noch viel zu tun. In einem meiner Verträge wollte ich letztens die Drittanbietersperre aktivieren – geht ja ganz einfach im Account. Dann hieß es aber: „Beim Aktivieren der Drittanbietersperre trat ein Fehler auf. Bitte rufen Sie uns festnetzgünstig unter … an. Ich soll also anrufen (nicht angerufen werden) => das wäre dann kein unerlaubter Werbeanruf, weil ich ja anrufe, ich bin mir aber sicher, dass es in diesem Gespräch dann nicht nur um die Drittanbietersperre gehen würde ;-) Und diese „Tricks“ (so interpretiere ich das jetzt mit meiner Erfahrung und nicht als böswillige Unterstellung) werden vielleicht noch zunehmen, je mehr Callcenter- bzw. Werbeanrufe geahndet werden. Dieses Jahr könnte dabei sogar noch herausfordernd für die BNetzA werden – denn schließlich möchten bestimmt noch einige Anbieter in 24-Monats-Verträgen vorzeitig verlängern, sollte das frische Gesetz zu den kurzen Vertragslaufzeiten bald in Kraft treten …

      • 🚀güdi🚀 // 5. Januar 2021 um 10:50 // Antworten

        Ja Daniel,

        erstmal vielen Dank, für die ausführliche Dokumentation,
        in diesem Sachgebiet.

        Schade…wenn Du noch, ein Jurastudium absolviert hättest,
        könntest Du, da schon bald als Fachanwalt für Telekommunikation
        tätig werden.

        Mit deinen „Tiefblick und Überblick“ in der Mobilfunk Branche.

        In meinem konkreten Fall, mit dem Entzug, der Werbeeinwilligung
        im Account, von MD und einer Beschwerde bei der BNetzA, das würde glaube ich, zu nichts führen.

        Ich wäre ja in der Beweispflicht, das dieses Callcenter (im Auftrag von MD), fünf mal versucht hat, mich telefonisch zu kontaktieren und da es ja …NIE… ein Gespräch gegeben hat,
        könnten die Anrufe (theoretisch) auch aus einem….
        …“ganz anderen Grund“… von dem Callcenter…
        (die..berühmte..Achseial-Drehung) durchgeführt worden sein.

        Das Einzige, das ich zu 100% weiss, ist (durch meinen Re-Call)
        da es sich wirklich, ein Callcenter war…mit den 5 Versuchen anzurufen.

        Durch mein Misstrauen und Bauchgefühl, bei sehr sehr fremden
        (mit Vorwahlen aus der Mitte oder dem Norden von Deutschland)
        Telefonnummern, habe ich genau richtig gehandelt:

        Nicht das „unverschämte Wegdrücken“ sondern einfach nur läuten lassen … bis „Die“ genervt…von selber wieder auflegen..!
        Nach etwa einer Woche,(mit den 5 Versuchen) herrschte wieder Ruhe!

        Ein netter Mitarbeiter, von MD selber (im Mediamarkt) sagte schon vor vielen Jahren zu mir mal:

        ….“Am Besten…nie Kontakt, vorallem nicht telefonisch mit MD aufnehmen…wenn überhaupt dann nur mit E-Mail (die…immer…. Ausdrucken !) oder per „Post-Kutsche“ mit Brief.

        Alles andere, ..“nur ein Gespräch“.., mit einem geschulten MD Mitarbeiter kann „vertraglich“ schon zum Verhängnis führen..!

        Ja Daniel, in diesem Bereich, ist noch sehr…sehr…viel Handlungsbedarf von Bundestag und deren BNetzA, das Thema
        wird uns noch sehr lange „auf die Nerven gehen..!“

        Dankeschön und GsD gibt es Euch, die HANDY RAKETEN.

        Es grüßt Dich der Handy Raketen Fan 🚀güdi🚀


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