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LTE Ausbauverpflichtung: Erreichen Telekom, Vodafone und Telefónica die Ziele bis Ende 2019?

LTE AusbauverpflichtungMit der LTE Ausbauverpflichtung ist es so eine Sache. Immer wieder ist von Funklöchern die Rede. Und der anstehende 5G-Ausbau sorgt für Unmut, jedenfalls in den Regionen, die nach wie vor nicht oder schlecht mit 4G versorgt sind: Sorgt 5G wirklich für ein Ende der Funklöcher? Immerhin zeichnen sich spätestens seit Sommer 2019 bedeutende Änderungen ab, denn immer mehr Provider erweitern ihr Angebot, schalten nun endlich auch LTE frei. Das ist auch gut so, denn in Zukunft steht eben nicht nur der Netzausbau, sondern auch der Rückbau, Stichwort: UMTS / 3G auf dem Plan. Und die Netzbetreiber sind verpflichtet, 4G ausreichend auszubauen. Wir werfen einen Blick in die aktuellen Regelungen.

LTE Ausbauverpflichtung: Bundesnetzagentur gibt Netzabdeckung vor

Schon 2015 hat die Bundesnetzagentur die LTE Ausbauverpflichtung betont. Dass die vereinbarte und geforderte Netzabdeckung nach wie vor gilt, bestätigte die Bundesnetzagentur spätestens rund um den 5G-Ausbau noch einmal.

So heißt es in der Pressemitteilung der Bundesnetzagentur zur Freigabe des 700 MHz.-Frequenzbandes für 5G aus dem Juli 2019 noch einmal explizit:

»In der Frequenzversteigerung 2015 wurden die erfolgreichen Bieter verpflichtet,  zum 1. Januar 2020 eine Mobilfunkversorgung von mindestens 97 % der Haushalte in jedem Bundesland und 98 % bundesweit  zu erreichen. Zudem ist eine  vollständige Abdeckung der Hauptverkehrswege  zu gewährleisten, soweit dies rechtlich und tatsächlich möglich ist.
Dabei sind Übertragungsraten von mindestens 50 Megabit pro Sekunde pro Antennensektor zu erreichen. Den Haushalten sollen im Wettbewerb der Anbieter in der Regel Übertragungsraten von 10 Megabit pro Sekunde und mehr zur Verfügung gestellt werden.«

4G Ausbau geht weiter – auch noch 2020?

Auch 2019 geht der 4G Ausbau weiter. Denn obwohl nur noch wenige Monate bis zum Erfüllen der LTE-Ausbauverpflichtung bleiben, hat bislang noch keiner der Netzbetreiber die angestrebten Ziele erreicht, so golem.de. Am besten sei noch die Telekom mit rund 96 Prozent Abdeckung der Bevölkerung aufgestellt (Stand: Mai 2019).

Allerdings komme eine Abdeckung nach Haushalt keineswegs einer flächendeckenden Versorgung gleich. Die Grünen im Bundestag haben etwa eine Erhebung der LTE-Abdeckung in verschiedenen europäischen Ländern in Auftrag gegeben.

Interessant: Selbst hochgelobter Netztestsieger Telekom ist  im europäischen Vergleich nur Schlusslicht : Rund 75 Prozent Abdeckung schaft der D1-Netzbetreiber, für Vodafone sind es rund 57 Prozent und für die Telefónica rund 47 Prozent (Studie als PDF, Seite 14).

Hier wäre also noch mehr als genug zu tun. Und die Vorgaben der Bundesnetzagentur wurden ja bereits vielfach als unzureichend kritisiert … Stellt sich die Frage, ob zumindest einzelne Netzbetreiber bereit sind, mehr als gefordert auszubauen.

Zumindest 2019 geht es Funklöchern an den Kragen. So hat die Telekom im Mai über 300 neue Standorte mit LTE versorgt (Telekom Pressemeldung). Vodafone möchte »die besiedelten Gebiete in Deutschland möglichst flächendeckend mit LTE« versorgen, 5.500 LTE-Bauprojekte seien im Geschäftsjahr 2019 geplant, heißt es dazu im Vodafone-Newsroom, hinzu komme der bereits gestartete 5G-Ausbau.

Ausbau: Immer mehr Provider mit LTE

Was nützt euch der beste 4G-Ausbau, wenn euer Tarif nicht mit LTE funkt, ganz im Gegenteil, das Netz sogar schlechter wird (Stichwort: UMTS Rückbau).

Langsam können wir Entwarnung geben, denn auch für Telekom und Vodafone gibt es immer mehr Tarif-Discounter, die ihren Kunden LTE zur Verfügung stellen. Zuletzt etwa LIDL Connect und congstar.

Telefónica: Strafe wegen mangelhaftem Netzausbau?

Rund 10.000 LTE-Funkmasten will die Telefónica allein 2019 in Betrieb nehmen. Dass das keineswegs nur dem Fortschrittswillen des Netzbetreibers geschuldet ist, berichtete das Handelsblatt schon im Frühjahr 2019.

Allein die Pressemitteilungen der Telefónica versuchen schon seit geraumer Zeit die Fortschritte im Netzausbau hervorzuheben: Doch wer häufiger in ländlichen Regionen unterwegs ist, kennt die Netzproblematik, die speziell bei o2 greift. Fortschritte sind tatsächlich absolut notwendig, wenn das Unternehmen die durch die Bundesnetzagentur angekündigten Strafen vermeiden will.

Telefónica nach wie vor Schlusslicht bei LTE

Bislang werden demnach  nur 80 Prozent der Bevölkerung  bundesweit erreicht, je nach Bundesland seien es sogar deutlich weniger, so das Handelsblatt, das sich auf Dokumente der Bundesnetzagentur bezieht. Für Brandenburg werde etwa ein Wert von nur 55 Prozent erreicht, für Rheinland-Pfalz 62 Prozent. Genug zu tun also, denn bis Ende des Jahres sollen die Vorgaben erfüllt sein.

Welche Strafen sind zu erwarten? Das Handelsblatt nennt vor allem  Zwangs- und Bußgelder in Höhe von bis zu 500.000 € . Auch die Frequenzen können dem Unternehmen im schlimmsten Fall entzogen werden.

Gerade jetzt steht die Telefónica vor einer wichtigen Herausforderung: Während Telekom und Vodafone sich aktuell um den 5G-Ausbau bemühen und sogar eigene 5G-Tarife gestartet haben, muss die Telefónica nun erst die wesentlich größeren Rückstände aus dem LTE-Ausbau aufholen. Aber auch für 5G gibt es ja Vorgaben …

Ausbauverpflichtung und 5G?

Und die 5G-Ausbauverpflichtung? Auch was das angeht, gibt es Vorgaben. 52 Tage hat sich die Versteigerung der Funklizenzen hingezogen, rund 6,5 Milliarden Euro wurden dabei erzielt.

Hier nochmal die Regeln für LTE und 5G in der Übersicht, wie sie das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur vorsieht:

Standardfestgelegte ZieleDatumMBit/s.
LTE97% der Haushalte pro Bundesland, 98% der Haushalte bundesweit, alle Hauptverkehrswege01/202010 MBit/s. je Haushalt, 50 MBit/s. je Antennensektor
5G98% der Haushalte pro Bundesland, alle Bundesstraßen und Bundesautobahnen, Schienenwege mit mind. 2000 Fahrgästen pro Tag12/2022100 MBit/s.
5Galle Landes- und Staatsstraßen, Wasserstraßen im Binnenbereich (Kernnetz) und Seehäfen, alle übrigen Bundesstraßen und Schienenwege12/202450 MBit/s.

Ausnahmeregelung für Drillisch

Außerdem sollen bis Ende 2022 je 1.000 5G-Basisstationen sowie 500 Basistationen mit mindestens 100 MBit/s. in weißen Flecken in Betrieb genommen werden.

! Aufgepasst: Für 1&1 Drillisch gelten als Neueinsteiger abweichende Regelungen. Das Unternehmen kann sich mehr Zeit lassen, muss auch längst nicht so viele Haushalte erreichen. Hier die Angaben der Bundesnetzagentur:

»bei Ersteigerung von 3,6 GHz und 2 GHz ab 2026 = 25 % bis 2025‎ und 50 % bis 2030
bei Ersteigerung von 3,6 GHz und 2 GHz ab 2021 = 25 % bis 2023‎ und 50 % bis 2025
bei Ersteigerung von 3,6 GHz = 25 % bis 2025
bei Ersteigerung von 2 GHz ab 2021 = 25 % bis 2023‎ und 50 % bis 2025
bei Ersteigerung von 2 GHz ab 2026 = 25 % bis 2028 und 50 % bis 2030«

Was nach wie vor gilt: Das Aufstellen von 1.000 Basistationen bis Ende 2022. Der Ausbau nach Bundesland bestimmt sich nach dem flächenmäßigen Anteil am Bundesgebiet.

Daniel
Über Daniel (Redaktion) (3498 Artikel)
Mobilfunk-Experte und Schnäppchen-Fan seit 2009 / viel zu ehrlich, um euch einen zu teuren Handytarif anzuschnacken / kennt die Tricks der Mobilfunkanbieter und weist euch auf Kostenfallen hin / 2019 als Mobilfunkexperte für RTL im Einsatz / hat auf derselben Schule wie Pinar Atalay (ARD Tagesthemen) Abitur gemacht / nicht mit dem Torwart vom HSV zu verwechseln / zahlt monatlich 16,25 € für seine 10 GB Allnet-Flat im Telekom-Netz / Rufnummernportierer seit 1999

Ist der LTE-Ausbau an eurem Standort zufriedenstellend?

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