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Ins Ausland telefonieren: Laut EU-Kostendeckel max. 19 Cent / Minute (22,61 Cent inkl. MwSt.) & 6 Cent / SMS (7,14 Cent inkl. MwSt.) ab 15. Mai 2019

Ins Ausland telefonieren

Wenn ihr mit dem Handy ins Ausland telefonieren wollt, gibt es gute Nachrichten. Denn rund zwei Jahre nach der EU-Roaming-Regulierung gilt der Kostendeckel nun auch in die andere Richtung: Seit dem 15.5.2019 gelten Höchstpreise für Anrufe von Deutschland ins EU-Ausland. Somit deckt euer Handytarif nun Anrufe vom Ausland nach Deutschland als auch umgekehrt von Deutschland ins Ausland ab. Ausgenommen sind nach wie vor Kreuzfahrten und Flugreisen.

Telefonieren ins EU-Ausland wird also weniger schnell zur Kostenfalle: Statt wie bisher bis zu 1,49 € pro Minute werden  19 Cent zzgl. Mehrwertsteuer pro Minute sowie 6 Cent zzgl. Mehrwertsteuer pro SMS  fällig, de facto gelten also  für Privatkunden Höchstpreise von 22,61 Cent pro Minute und 7,14 Cent pro SMS .

Neuregelung: Telefonate ins Ausland ab 15.5.2019 maximal 22,61 Cent pro Minute, SMS 7,14 Cent

UPDATE VOM 14.5.2018 Ab morgen greift der Kostendeckel: Wie die Europäische Kommission per Pressemitteilung erklärt, kosten ab 15.5.2019 Anrufe von Deutschland ins EU-Ausland (bzw. allgemein von einem EU-Staat in ins EU-Ausland) maximal 19 Cent zzgl. MwSt., was einen Maximalpreis von 22,61 Cent entspricht.

Auch für SMS gilt eine Obergrenze. Die Kurzmitteilung ins Ausland wird folglich mit maximal 6 Cent zzgl. MwSt. berechnet, was einem Preis von 7,14 Cent für den Endverbaucher entspricht. Die Regulierung gilt nur für Privatkunden, nicht aber für Geschäftskunden bzw. für Kunden, die einen Geschäftskunden-Tarif abgeschlossen haben.

Spannend: Hierzulande gilt ja oft ein Preis von 9 Cent pro SMS, teils sind es sogar 19 Cent. So ist die Kurzmitteilung ins Ausland kurioserweise günstiger …

Die Regelung gilt natürlich innerhalb der EU sowie in weiteren Staaten. Dazu erklärte die Europäische Kommission:

»Die Vorschriften gelten  ab dem 15. Mai in allen 28 EU-Ländern und bald auch in Norwegen, Island und Liechtenstein 

Weiter besteht die Möglichkeit, bei vielen Providern Extra-Pakete mit Frei-Einheiten für Anrufe ins Ausland zu buchen. Dann sind neben den EU-Staaten oft weitere Länder wie die Schweiz, die USA oder die Türkei inkludiert. Details dazu erfahrt ihr bei eurem Anbieter, auch die Bundesnetzagentur bestätigte bereits, dass gebuchte Auslandspakete weiter gelten.

Aufgepasst: Wer in Länder außerhalb der EU telefoniert oder einen Geschäftskunden-Tarif nutzt, muss weiter mit hohen Zusatzkosten rechnen. Weiter unten haben wir einige Tipps für günstigere Telefonate gesammelt, etwa via IP-Telefonie. Das gilt natürlich weiterhin.

Übrigens ganz spannend, was noch bei der EU-Kommission zu lesen ist:

»Eine neue Eurobarometer-Umfrage zu Auslandsgesprächen zeigt, dass vier von zehn Befragten (42 Prozent) im vergangenen Monat eine Person in einem anderen EU-Land kontaktiert haben.«

Anrufe ins EU-Ausland bald günstiger?

UPDATE VOM 6.6.2018 Nun haben sich EU-Parlament und Rat endlich auch dem längst ausstehenden Thema der Auslandsanrufe angenommen. Während ihr bei Aufenthalten im Ausland ja längst euren Handytarif zu Inlandspreisen weiternutzen könnt, werden Anrufe ins Ausland noch immer teuer berechnet. Ab 2019 soll damit Schluss sein. So soll die Neuregelung bereits 2019 greifen. Derzufolge

»dürfen internationale Anrufe innerhalb der EU nicht mehr als 19 Cent pro Minute kosten.«

Minutenpreise von bis zu 1,49 Cent dürften damit endlich der Vergangenheit angehören. SMS werden in Zukunft mit maximal 6 Cent innerhalb der EU berechnet. Aber: Auch 19 Cent werden bei längeren Gesprächen ganz schön teuer …

Die Neuregelung ist Teil umfangreicherer Reformen, die den Ausbau der 5G-Netze vorantreiben sollen. Auch der Verbraucherschutz soll weiter ausgebaut werden. So sollen sich Verbraucher ihr Prepaid-Guthaben bei einem Anbieter-Wechsel zukünftig einfacher auszahlen lassen können. Details stellt die EU-Kommission in deutscher Sprache in einer Pressemitteilung bereit. Weitere Informationen gibt es außerdem beim Europäischen Parlament (englisch).

Ins Ausland telefonieren: Greift die EU-Roaming-Regulierung?

BISHERIGER BEITRAG Obwohl ihr zu Hause seid, greift das sogenannte Roam-Like-at-Home-Prinzip nicht. Stattdessen müsst ihr mit teils hohen Gebühren von bis zu 1,49 € pro Minute rechnen. Die Verbraucherzentralen machen nun auf diesen Fall aufmerksam − und sensibilieren für die vielleicht unerwarteten Zusatzkosten!

Die EU-Roaming-Regulierung deckt nämlich keine Telefonate vom Heimatland in die EU-Mitgliedstaaten ab. Wer also seine Familie in Spanien oder Freunde im Italien-Urlaub anrufen will, muss teils saftige Kosten auf der Handy- oder Festnetz-Rechnung in Kauf nehmen − ein Fakt, der sich womöglich falsch in die Köpfe der Konsumenten gebrannt hat, seitdem die EU-Roaming-Verordnung 2017 in Kraft getreten ist.Marktwächter-Studie: Bis zu 1,49 € die Minute für Anrufe ins Ausland

Auch die Marktwächter der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein haben sich dem Thema Anrufe ins Ausland gewidmet. Und fordern eine gesetzliche Regulierung, wie sie eben auch für die Handy-Nutzung im Ausland gilt.

Den Marktwächtern zufolge schwanken die Minutenpreise für Telefonate ins europäische Ausland teils erheblich.

Zwischen 1,9 Cent (Festnetz-zu-Festnetz via 1&1) und 1,49 € (Mobilfunk-zu-Mobilfunk via congstar) kostet die Minute ins Ausland. Wer also 10 Minuten lang telefoniert, kann je nach Tarif und Zielland Kosten zwischen rund 20 Cent und 15 Euro auf seiner Festnetz- oder Mobilfunkrechnung finden. Viel zu viel − und auch noch unsinnig.

Selbst beim gleichen Provider gibt es Unterschiede: So unterscheiden sich die Gebühren zum Beispiel nach Zielland.

Problematisch sehen die Marktwächter diese Kostenstruktur vor allem, da vielen Verbrauchern das einseitige Greifen der EU-Roaming-Regulierung gar nicht klar sei. So heißt es:

»Mehr als die Hälfte (52 Prozent) aller Befragten, die in den letzten zwölf Monaten von Deutschland aus privat ins EU-Ausland telefoniert haben, glaubt, dass die Abschaffung der Roaming-Gebühren auch für Anrufe von Deutschland in das EU-Ausland gilt.«

Telefonate ins Ausland

Aufgepasst: Telefonate ins Ausland können teurer sein als Telefonate aus dem EU-Ausland – seid ihr euch darüber im Klaren?

Video-Telefonie als Roaming-Alternative

Knapp die Hälfte der von den Marktwächtern befragten Verbraucher telefonieren mindestens einmal pro Monat ins europäische Ausland. Die meistgenannte Methode ist dabei nicht das Telefonat per Handy oder Festnetz, sondern das internetbasierte Telefonat. Videotelefonie ist dabei eingeschlossen − Hauptgrund: Internetbasierte Telefonie ist kostenlos.

Wichtigstes Fazit der Marktwächter-Studie dürfte also sein:

»Der Unterschied zwischen Anrufen im Sinne der Roamingverordnung und Auslandsanrufen ist beim Verbraucher nicht angekommen.«

Zu viele Verbraucher gehen davon aus, dass ihr Festnetz- oder Mobilfunkvertrag bereits die Kosten für Telefonate ins Ausland abdeckt, etwa durch eine Allnet-Flat. Den vollständigen Bericht der Marktwächter könnt ihr übrigens als PDF-Datei kostenlos herunterladen.

Auslandstelefonate: Schon beim Tarif-Wechsel auf Optionen achten!

Gehört ihr zu den rund 27 Prozent, die laut Marktwächter-Studie in den letzten Monaten wenigstens ein Mal ins EU-Ausland telefoniert hat oder aber regelmäßige Telefonate mittels Handy plant? Dann solltet ihr schon bei Vertragsschluss darauf achten, ob euer Wunsch-Provider entsprechende Optionen anbietet − oder ob die Minutenpreise unerschwinglich sind.

Die entsprechenden Minutenpreise sind den Preislisten der Provider zu entnehmen. Oft sind entsprechende Pakete zubuchbar – etwa bei den Netzbetreibern.

Netzbetreiber

  • bei der Telekom kostet das Paket mit 100 Frei-Minuten in die Ländergruppen 1 und 2 (EU + über 30 weitere) 9,95 €
  • bei Vodafone kosten 60 Minuten pro Monat in die EU plus Schweiz plus Türkei 5 Euro als Extra-Paket
  • die Telefónica berechnet 60 Minuten von Deutschland in die EU, Schweiz, Türkei, nach Russland und Nordamerika mit 4,99 € als Extra-Option in den o2-free-Tarifen

Weitere Provider

  • Tarifhaus inkludiert in seinen Tarifen ein Paket mit 100 Frei-Minuten ins Ausland (EU + weitere Länder wie Russland, USA, Kanada)
  • Ethno-Discounter haben sich auf Auslandstarife spezialisiert – neben günstigen Minutenpreisen gibt es auch Pakete zum Dazubuchen
    › Lebara, ortel mobile und Lycamobile: Frei-Minuten-Pakete für Telefonate in 50 verschiedene Länder (Festnetz + Mobilfunk)
    › Ay Yildiz: Flat ins türkische Festnetz + Frei-Minuten-Paket (Mobilfunk) buchbar
    › Lifecell: Flat ins türkische oder syrische Festnetz + Frei-Minuten-Paket (Mobilfunk)

EU-Gesetz für Anrufe im Ausland laut EU-Parlament in Planung?

Schon im Oktober 2017 beschäftigte sich das Europäische Parlament mit dem Problem, dass  Anrufe ins Ausland mittlerweile teurer sein können als Anrufe vom Ausland nach Hause . So heißt es in der Pressemitteilung des Europäischen Parlaments:

»Das Ende der Roaming-Gebühren war eine große Errungenschaft, wir sollten jedoch nicht auf halben Wege stehenbleiben. Wir müssen etwas gegen die absurde Situation unternehmen, dass es billiger ist, während des Roamings zu telefonieren als zuhause«

Die EU ist sich dieser Problematik also bewusst − doch die Wege zu neuen Gesetzen sind lang. Bis es tatsächlich zu einer Einigung und einer gesetzlichen Verankerung kommt, dürfte noch so mancher Monat verstreichen. Bis dahin solltet ihr gute Alternativen für Anrufe ins Ausland kennen.

Billig ins Ausland telefonieren: Call by Call, Callthrough und Video-Telefonie

Per App, Internet oder Spar-Vorwahl: Neben den Minuten-Paketen der Provider gibt es einige weitere Möglichkeiten, die Telefonkosten für Anrufe ins Ausland zu senken. Wir stellen drei davon vor.

Vom Festnetz günstig ins Ausland telefonieren via Call-by-Call

Call by Call (Details bei Wikipedia) ist eine verbreitete Möglichkeit, die Kosten für Anrufe ins Ausland möglichst gering zu halten. Zumindest, wenn ihr einen Festnetzanschluss der Telekom nutzt.

Vor der eigentlichen Ziel-Rufnummer im Ausland wählt ihr eine sogenannte Verbindungsnetzbetreiberkennzahl bzw. Call-by-Call-Nummer. Abgerechnet wird dann nicht nach dem Tarif eures Providers, sondern nach dem Sonder-Tarif des Fremdanbieters.

Call-by-Call ist noch aus Zeiten bekannt, als es keine günstige Festnetz-Allnet-Flatrate gab. Damals hatten viele Kunden die sogeannte Spar-Vorwahl für Inlandsanrufe genutzt.

Nach Preissprüngen: Preisansage für Call-by-Call-Dienste

Call by Call ist durch plötzliche drastische Gebühren-Erhöhungen in die Kritik geraten. Mittlerweile ist eine Preisansage verpflichtend, sodass ihr selbst beurteilen könnt, zu welchem Minutenpreis der Call-by-Call-Tarif abgerechnet wird − und ob’s tatsächlich günstiger wird.

Mit dem Handy ins Ausland telefonieren: Per Callthrough

Fürs Handy gibt es das Callthrough-Prinzip, das ähnlich aufgebaut ist, jedoch weniger Einsparmöglichkeiten bietet. So ist zum Beispiel bereits die Verbindung zum Gesprächspartner kostenpflichtig − auch dann, wenn niemand abnimmt.

Beim Callthrough wählt ihr erst die Telefonnummer des Callthrough-Anbieters. Dieser verbindet euch dann nach der Eingabe der Zielrufnummer mit dem gewünschten Gesprächspartner.

IP-Telefonie und Video-Telefonie für Anrufe ins Ausland

Anrufe via Internet sind auch ins Ausland mit keinen Kosten verbunden: Ihr könnt dementsprechend vollkommen gratis telefonieren. Das funktioniert zum Beispiel über Skype, WhatsApp oder Facetime. Auch Google Hangouts ist eine Alternative. Voraussetzung ist, dass der gewünschte Gesprächspartner die gleiche App nutzt − per Handy, Tablet oder auch am Computer. Außerdem muss eine stabile und ausreichend schnelle Internetverbindung vorliegen − vor allem, wenn ihr auf Video-Telefonate setzt.

Tipps: Mit Tchibo mobil für 9 Cent pro Minute ins EU-Ausland, Kanada und Amerika – mit Tarifhaus 100 Freiminuten

Für 9 Cent pro Minute könnt ihr mit der Tchibo mobil Allnet-Flat übrigens ins EU-Ausland, nach Kanada und Amerika telefonieren. Und mit Tarifhaus bekommt ihr monatlich 100 Freiminuten (sogar in die Türkei) im Paket-Tarif.

Daniel
Über Daniel (Redaktion) (3453 Artikel)
Mobilfunk-Experte und Schnäppchen-Fan seit 2009 / viel zu ehrlich, um euch einen zu teuren Handytarif anzuschnacken / kennt die Tricks der Mobilfunkanbieter und weist euch auf Kostenfallen hin / 2019 als Mobilfunkexperte für RTL im Einsatz / hat auf derselben Schule wie Pinar Atalay (ARD Tagesthemen) Abitur gemacht / nicht mit dem Torwart vom HSV zu verwechseln / zahlt monatlich 16,25 € für seine 10 GB Allnet-Flat im Telekom-Netz / Rufnummernportierer seit 1999

Was sagt ihr zur neuen Regelung zum Telefonieren ins Ausland? Seid ihr betroffen?

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