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Preisansage-Pflicht: Tarifkosten-Ansage ab 1.3.2019 erweitert – Ping-Anrufe Schutz („Verpasster Anruf“) wird per Gesetz ausgebaut!

Preisansage

Die Preisansage-Pflicht für Auslandsanrufe soll Mobilfunk- und Festnetzkunden vor hohen Minutenpreisen und Telefonkosten schützen. Schon seit August 2012 gilt die Preisansage für sogenannte Call-by-Call-Anrufe. Aber auch lästige und vor allem teure Ping-Anrufe aus dem Ausland beschäftigen die Bundesnetzagentur.

Bei einem Ping-Anruf werdet ihr aus dem Ausland angeklingelt. Wer ahnungslos zurückruft, muss hohe Kosten auf der nächsten Handyrechnung befürchten. Die Tarifansage-Pflicht gegen Abzocke per Telefon-Anruf wurde schon im Januar 2018 für 22 internationale Vorwahlen eingeführt. Laut Bundesnetzagentur wird diese Preisansage für insgesamt 56 internationale Vorwahlen zum 1. März 2019  erweitert.

Preisansage-Pflicht gegen Ping-Calls

Mit der Pflicht zur vorherigen Preisansage sollen Mobilfunkkunden vor unverhältnismäßigen Kosten geschützt werden. Dabei soll vor dem Verbindungsaufbau in bestimmte Länder eine kostenfreie Auskunft über den Minutenpreis des Telefonats erfolgen.

Wer etwa einem Ping-Call auf den Leim geht und den Rückruf bereits gestartet hat, kann das Gespräch nach Ansage des voraussichtlichen Verbindungsentgelts noch abbrechen.

Bundesnetzagentur: Erweiterung und Verlängerung der Preisansage

Die Bundesnetzagentur hatte die Preisansage vorerst für ein Jahr verpflichtend eingeführt. Diese Pflicht endete zum 31. Dezember 2018. Jetzt wird die Ansagepflicht verlängert und erweitert. Denn: Laut Bundesnetzagentur gingen nach Ablauf der Tarifansagepflicht allein im Januar 2019 rund 14.000 Beschwerden nur über Ping-Anrufe ein.

Welche Ländervorwahlen sind von der Tarifansage betroffen?

Zum 1. März 2019 umfasst die Tarifansage-Pflicht nun  56 internationale Vorwahlen, unter anderem aus Afrika, Osteuropa und dem pazifischen Raum .

In der Pressemitteilung der Bundesnetzagentur sind alle Staaten samt Vorwahl aufgeführt, für die die Preisansage ab Mitte Januar 2018 galt. Leider hat die BNetzA keine neue Liste für 2019 veröffentlicht, obwohl nach eigener Aussage mindestens 34 internationale Vorwahlen hinzugekommen sind …

»Burundi (00257), Tschad (00235), Serbien (00381), Seychellen (00248), Tunesien (00216), Elfenbeinküste (00225), Guinea (00224), Sudan (00249), Marokko (00212), Tansania (00255), Benin (00229), Mali (00223), Uganda (00256), Madagaskar (00261), Albanien (00355), Bosnien-Herzegowina (00387), Somalia (00252), Liberia (00231), Malediven (00960), Jemen (00967), Mazedonien (00389), Sierra Leone (00232), Global Mobile Satellite System (00881)«

Bei diesen Vorwahlen handelt es sich um auffällige Staaten, aus denen Ping-Anrufe bekannt sind und deren Vorwahlen leicht mit lokalen Vorwahlen verwechselt werden können.

Preisansage für Mobilfunk-Kunden?

Tarifansage-Pflicht: Preisansage ab 15.1.2018

Die Tarifansage-Pflicht mit Preisansage wurde ab 15.1.2018 eingeführt – 2019 wird sie erweitert

Die Bundesnetzagentur geht in ihrer Pressemitteilung  ausdrücklich auf die Umsetzung für die Mobilfunkanbieter ein. Anrufe aus dem Festnetz werden somit nicht von der neuen Regelung abgedeckt.

Die Bundesnetzagentur rät, internationale Anrufe nur anzunehmen, wenn ihr diese  eindeutig zuordnen  könnt oder tatsächlich einen Anruf aus dem entsprechenden Land erwartet.

Wie funktionieren Ping-Anrufe?

Bei einem sogenannten Ping-Call klingelt das Handy nur kurz − zu kurz, um den Anruf entgegenzunehmen. Da die internationalen Vorwahlen in vielen Fällen mit lokalen Vorwahlen (0231 für Rostock vs. 00231 für Liberia) verwechselt werden, tappen viele Mobilfunkkunden in die Kostenfalle.

Teure Minutenpreise von mehreren Euro sind das Resultat, betroffene Kunden landen meistens auf einer automatischen Bandansage. Die Bundesnetzagentur verzeichnete nach eigenen Aussagen allein im Oktober und November 2017 mehr als 50.000 Beschwerden über sogenannte Ping-Anrufe, im Januar 2019 waren es etwa 14.000 Fälle.

Falls ihr ebenfalls betroffen seid, könnt ihr den Anruf über das Beschwerdeformular der BNetzA melden. Außerdem stellt die Bundesnetzagentur eine Maßnahmenliste bereit. Dort könnt ihr überprüfen, welche Nummern kürzlich gesperrt wurden.

Preisansage im Call-by-Call-Prinzip

Die Ansage des aktuellen Minutentarifs ist bereits seit 1. August 2012 im Call-by-Call-Prinzip Pflicht. Call by Call bedeutet, dass ihr ein Telefonat über einen Fremdanbieter und nicht den eigentlichen Festnetz- oder Mobilfunkanbieter führen könnt. Dazu wählt ihr eine auch als Spar- oder Vorvorwahl bezeichnete Nummer, gefolgt von der eigentlichen Telefonnummer.

Call by Call war vor allem zu Zeiten sinnvoll, als es noch keine Allnet-Flats gab − also nach dem Minutentarif abgerechnet wurde. Denn Sinn und Zweck der wechselnden Billig-Vorwahlen war der reduzierte Minutenpreis. Da Call-by-Call-Anbieter den Tarifpreis allerdings oft ohne Ankündigung stark erhöhten, führte die Bundesnetzagentur 2012 die Tarif-Ansage ein.

Wer Call-by-Call nutzt, wird seitdem zuerst mit einer kostenlosen Tarifansage verbunden, kann also das Gespräch noch rechtzeitig abbrechen, falls sich der Tarif erhöht hat. Alle Details zur Call-by-Call-Ansagepflicht stellt die Bundesnetzagetur auf einer eigenen Infoseite zur Verfügung.

Daniel
Über Daniel (Redaktion) (3818 Artikel)
Mobilfunk-Experte und Schnäppchen-Fan seit 2009 / viel zu ehrlich, um euch einen zu teuren Handytarif anzuschnacken / kennt die Tricks der Mobilfunkanbieter und weist euch auf Kostenfallen hin / 2019 als Mobilfunkexperte für RTL im Einsatz / hat auf derselben Schule wie Pinar Atalay (ARD Tagesthemen) Abitur gemacht / nicht mit dem Torwart vom HSV zu verwechseln / zahlt monatlich 16,25 € für seine 10 GB Allnet-Flat im Telekom-Netz / Rufnummernportierer seit 1999

Was meint ihr zur Tarifansage-Pflicht für Auslandsgespräche? Überfällig?

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