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Handy-Speedtest: Wie schnell ist mein mobiles Internet auf dem Smartphone wirklich?

Handy-Speedtest

Mit einem Handy-Speedtest könnt ihr überprüfen, wie schnell die mobile Internet-Geschwindigkeit in eurem Handytarif tatsächlich ist. Denn Breitbandmessungen der Bundesnetzagentur haben ergeben, dass der maximal zugesicherte Highspeed eines Handyvertrags (bis zu 375 Mbit/s. sollen es ja bspw. im »GIGA-Netz« von Vodafone sein, Anm. d. Red.) oftmals gar nicht erreicht wird. Von wegen raketenmäßiges Internet!

Wer also im Schneckentempo surft, obwohl die Drosselung der Geschwindigkeit noch gar nicht gegriffen hat, wird sich wohl oder übel über seinen mickrigen mobilen Datenempfang wundern. Doch wie lässt sich messen, wie hoch die mobile Datengeschwindigkeit wirklich ist? Die gute Nachricht: Dank einer offiziellen App der Bundesnetzagentur könnt ihr das kostenlos mit eurem Smartphone überprüfen und eigene Test- und Messreihen erstellen.

Handy-Speedtest schafft Klarheit über die mobile Internet-Geschwindigkeit

Das grundsätzliche Problem für mobiles Internet ist kein neues. Gefühlt denkt jeder: Das muss doch schneller laden! Natürlich sollte man aber auch nicht vergessen, dass Bewegtbildinhalte immer interessanter auch für mobile Nutzer werden, was bedeutet: Die Datenfresser nehmen zu.

Trotzdem: Auch Studien belegen, dass uns unser Gefühl nicht betrügt, die vertraglich angegebene Maximalgeschwindigkeit nur in den wenigen Fällen erreicht wird:

»Betrug der Anteil von Endkunden, der mindestens die Hälfte der maximalen Übertragungsrate erreichte, im Festnetz knapp über 70 Prozent, wurde dieser Wert bei den mobilen Anschlüssen lediglich von unter 30 Prozent der Nutzer erreicht.«

Quelle: Pressemitteilung der BNetzA vom 27.3.2017

Lasst euch das mal auf der Zunge zergehen. Bietet ein Tarif bspw. 21,6 Mbit/s. per Vertragsbedingungen, kommen maximal 3 von 10 mobilen Nutzern auf mindestens 10,8 Mit/s. in ihrem Handytarif.

Ein bisschen erschreckend ist das schon bzw. zeigt: Die  maximale Highspeed-Angabe  ist aktuell also immer noch extrem intransparent und unaussagekräftig. Ausführlich nachzulesen ist das im Breitbandmessung-Jahresbericht der Bundesnetzagentur (den man aufgrund von 32MB PDF-Größe besser nicht mobil laden sollte!).

Merken sollte man sich jedenfalls: Der maximale Highspeed hat mit dem durchschnittlichen Highspeed, der als mobile Internetgeschwindigkeit auf eurem Smartphone ankommt, so gut wie nichts zu tun. Rechnet mit maximal 50% der Maximal-Angabe, wenn euch Highspeed wichtig ist.

Neben der Breitbandmessung-App der BNetzA könnt ihr natürlich auch mit sogenannten Handy-Speedtest-Tools messen.

Durschnittliche vs. maximale Internet-Geschwindigkeit

Speedtest fürs Handy: Wie hoch ist die mobile Datengeschwindigkeit?

Doch woran liegt es, dass die mobilen Ergebnisse so unterschiedlich und vor allem durchwachsen sind? Grundlegende Faktoren, die eine Einfluss darauf haben, wie schnell euer mobiles Internet ist, sind folgende:

  • Handyvertrag: Klar, erst einmal kommt es ja als Ausgangspunkt darauf an, welche Übertragungsgeschwindigkeit in eurem Tarif vereinbart ist. Schaut dafür mal in die Highspeed-Angaben. Sind es bis zu 7,2 Mbit/s.? Oder 21,6 Mbit/s.? Oder sogar LTE mit bis zu 375 Mbit/s. Giga-Speed? Schneller als der maximal vereinbarte Highspeed wird es definitiv nicht. ;-)
  • Handy bzw. Smartphone: Wenn ihr kein LTE-fähiges Smartphone benutzt oder einen LTE-Handytarif, wird euch das nicht weiterhelfen. Und auch die LTE-Verarbeitungsgeschwindigkeit hängt von der Hardware ab. Wer maximal bis zu 300 Mbit/s. erwartet, benötigt auch ein LTE-Smartphone, das bis zu 300 Mbit/s. unterstützt.
  • Standort: Wie in den Netztest-Vergleichen gilt: Der Standort macht’s! Seid ihr in Ballungsgebieten unterwegs, ist LTE meist gut ausgebaut, sodass das Mobilfunk-Empfangssignal stärker sein wird als auf dem Land. Langsame Internet-Technik wie Edge oder GPRS trefft ihr eher in ländlichen Gegenden an. Allerdings: Die flächendeckende LTE-Versorgung und der Ausbau der Netze schreiten auch auf dem Land voran
  • Auslastung der Netze: Je mehr Mobilfunk-Kunden gleichzeitig in einer Funkzelle das Datennetz des Betreibers nutzen, desto langsamer wird’s. Sicher habt ihr das schon mal zu Silvester (Verschicken von Neujahrsgrüßen) bemerkt.

Allerdings kann man diese Gründe natürlich auch als Ausreden werten. Denn wer mit maximalen Geschwindigkeiten wirbt (und Verbraucher damit vergleichen lässt), sagt natürlich nicht, mit welchem Durchschnitt zu rechnen ist. Allerdings fällt eine genaue Aussage aufgrund der o.g. Faktoren auch schwer.

Mobile Internet-Geschwindigkeit im Überblick

Folgende Highspeed-Klassen für mobiles Internet gibt es:

  • GPRS: maximale Bandbreite 56 kBit/s.
  • Edge: 220 kBit/s.
  • UMTS: 376 kBit/s.
  • HSDPA: 7,2 Mbit/s. / 21,6 Mbit/s. / 42,2 Mbit/s.
  • LTE: 25 Mbit/s. / 50 Mbit/s. / 100 Mbit/s. / 225 Mbit/s. / 300 Mbit/s. / 375 Mbit/s.

Die höchste LTE-Geschwindigkeiten versprechen nach aktuellem Stand (3/2017) die Netze von Vodafone (375 Mbit/s.) und Telekom (300 Mbit/s.) vor o2 (225 Mbit/s.). Statt konkreter Zahlen wird aber immer mehr mit dem Schlagwort  LTE Max  operiert − so umgeht man schließlich konkrete Festlegungen von Highspeed-Mbit/s.-Zahlen.

Fest steht jedenfalls bei der Messung von mobilem Highspeed:

»Über alle Bandbreiteklassen und Anbieter hinweg erreichen Kunden oft nicht die maximale Geschwindigkeit, die ihnen in Aussicht gestellt wurde.«

Deswegen solltet ihr vielleicht auch einmal messen, wie viel Highspeed tatsächlich bei euch ankommt. Die Bundesnetzagentur hält dafür eine kluge App bereit, die ihr nutzen könnt, um euren Internetanschluss zu testen:

Handy-Speedtest der Bundesnetzagentur

Beim Handy-Speedtest der Bundesnetzagentur haben wir die freenet freeFLAT 2000 einmal getestet

Wichtig: Damit die Breitbandmessung-App zuverlässig misst, müsst ihr natürlich WLAN deaktivieren und mobiles Internet eures Handytarifs anschalten. Außerdem sollten Hintergrundaktualisierungen bzw. Downloads, die parallel zur Messung stattfinden, pausiert werden, um ein neutrales Bild zu zeichnen. Denke bitte daran: Der App-Test kostet zwar kein Geld, weil die App gratis ist. Ihr versurft allerdings Datenvolumen (es werden testweise Down- und Uploads simuliert). Wer einen volumenbasierten Tarife ohne Internet-Flat nutzt, zahlt hierfür also!

Exemplarisch haben wir das Ganze übrigens mal für einen Handytarif gestestet, und zwar für die freenetmobile freeFLAT 2000 im Vodafone-Netz (D2) am Standort Hamburg in einer Wohnung (nicht im Freien).

Die Downloadgeschwindigkeit liegt hier bei 11,46 Mbit/s. − also knapp 50% unter der versprochenenen Maximalgeschwindigkeit von 21,6 Mbit/s. So könnt ihr also einmal sehen, wie viel am Ende tatsächlich bei so einem Tarif ankommt.

 

Linktipps: Wikipedia

Daniel
Über Daniel (Redaktion) (3498 Artikel)
Mobilfunk-Experte und Schnäppchen-Fan seit 2009 / viel zu ehrlich, um euch einen zu teuren Handytarif anzuschnacken / kennt die Tricks der Mobilfunkanbieter und weist euch auf Kostenfallen hin / 2019 als Mobilfunkexperte für RTL im Einsatz / hat auf derselben Schule wie Pinar Atalay (ARD Tagesthemen) Abitur gemacht / nicht mit dem Torwart vom HSV zu verwechseln / zahlt monatlich 16,25 € für seine 10 GB Allnet-Flat im Telekom-Netz / Rufnummernportierer seit 1999

Habt ihr schon einen Handy-Speedtest durchgeführt? Was kam bei eurer Messung heraus?

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