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Was ist LTE? Wofür steht 4G?

Was ist LTE?

Die Bezeichnung LTE oder 4G ist mittlerweile Bestandteil vieler Handytarife. Aber was bedeutet der Zusatz »mit LTE« überhaut?

Oder ganz einfach gefragt: Was ist LTE? Was bedeutet LTE für euren Mobilfunkvertrag und die Surfgeschwindigkeit? Und steht LTE überall uneingeschränkt zur Verfügung, sodass man generell bei der Wahl eines neuen Tarifs darauf achten sollte, unbedingt einen LTE-Handytarif abzuschließen.

Wer versuchen, ein wenig Licht in dieses Dunkel zu bringen.

Was ist LTE? (Definition)

LTE ist die Abkürzung für »Long Term Evolution«. Klar, dass das erst einmal nicht großartig weiterhilft. Die wenigsten können mit diesem Begriff überhaupt etwas anfangen. Deshalb müssen wir für eine Erklärung etwas weiter ausholen.

LTE meint einen  Mobilfunkstandard  und geht mit einer rascheren Datenübertragungsrate einher. Dabei ist LTE eine Weiterentwicklung der älteren Standards GPRS, Edge (2G) und UMTS bzw. HSDPA (3G / 3G+).

Ist LTE = 4G?

Oft ist auch die Rede von einem 4G-Netz. 4G wird dabei als Synonym für LTE bezeichnet. Die Abkürzung 4G heißt einfach nur »4. Generation« − und das ist in Bezug auf die Entwicklungsstufen beim Breitbandausbau gemeint. 5G folgt also in wenigen Jahren …

Technisch gesehen ist die 4 eventuell irreführend: Denn im Prinzip entspricht das klassische LTE-Netz eher einem 3,9-Standard, während der aktuell erreichte Ausbau mit Datenübertragungsraten von bis zu 500 MBit/s. und schneller eher einem 4G LTE-Advanced-Netz entspricht (Details zur technischen Umsetzung auf Wikipedia.de), das führt zu weit und ist zu speziell.

Welche LTE-Netze gibt es?

Long Term Evolution. Dieser Begriff kann auch wörtlich genommen werden. Denn tatsächlich gibt es eine Weiterentwicklung des LTE-Netzes, LTE verändert sich also ständig und fortlaufend. Das ist auch der Grund, warum die  maximal möglichen Übertragungsraten  auch immer wieder neu angepasst werden.

Diese Weiterentwicklung macht aber auch eine Anpassung bei der Smartphone-Produktion notwendig.

Grundsätzlich gilt deswegen: Nur die neuesten Smartphone-Modelle unterstützen den aktuellsten Standard in der Datenübertragung. Es bringt euch also nichts, einen Highspeed-Tarif zu nutzen, wenn ihr nicht ein Smartphone habt, das entsprechende LTE-Frequenzbänder unterstützt.

Wie schnell ist LTE?

LTE ist weitläufig als neuer Mobilfunkstandard bekannt, der höhere Datenübertragungsraten erlaubt. Kurz: Die Surfgeschwindigkeit ist mit LTE höher als im 3G-Netz. Bald könnte er aber bereits von 5G eingeholt werden …

Was heißt LTE Max?

Im UMTS- und HSDPA-Netz waren Geschwindigkeiten von bis zu 42,2 MBit/s. möglich. Während die kleinen LTE-Tarife der Mobilfunk-Discounter (etwa der Drillisch-Marken) etwa mit bis zu 225 MBit/s. vermarktet werden (normal sind 21,6 Mbit/s. bis 50 Mbit/s.).

Bei den Netzbetreibern sind sogar Spitzenwerte von bis zu 500 MBit/s. drin, wobei diese dazu übergehen, ihren LTE-Highspeed mit LTE Max anzugeben, statt konkrete Mbit-Werte festzulegen. Das bedeutet aber auch: Die Netzbetreiber schalten euch für das schnellstmögliche, verfügbare LTE-Netz frei, während die Mobilfunk-Discounter hier noch zurückhaltender agieren.

Wird LTE weiterentwickelt? Wie funktioniert der LTE-Ausbau?

Die Einführung von LTE erfolgte hier in Deutschland im Jahr 2010. Seitdem wird das LTE-Netz tatsächlich weiterentwickelt und ausgebaut − und in immer mehr Tarifen eingesetzt.

Die Weiterentwicklung von LTE zeigt sich vor allem in den Netzbetreiber-Tarifen. Zumindest die Telekom und Vodafone sind dazu übergegangen, ihre Tarife eben mit LTE Max zu bewerben, statt eine bestimmte Geschwindigkeit anzugeben. Das hat einen Grund, denn die maximal mögliche Geschwindigkeit steigt. Waren es bei Vodafone vor einigen Wochen noch bis zu 400 MBit/s., taucht im Kleingedruckten mittlerweile ein Wert von maximal 500 MBit/s. auf. Selbst von 1 Gigabit spricht Vodafone mitunter, auch wenn explizit darauf hingewiesen wird, dass eine solche Geschwindigkeit nur theoretisch möglich ist.

Statt LTE bald 5G?

Perspektivisch soll LTE bald durch 4,5G oder 5G abgelöst werden. Für die Entwicklung haben sich verschiedene Mobilfunkunternehmen zum Next Generation Mobile Networks zusammengeschlossen. In Zukunft sollen dann Geschwindigkeiten von bis zu 10 Gigabit die Sekunde (= 10.000 MBit/s.) erreicht werden.

Bekomme ich automatisch LTE?

Teilweise werden Handytarife auch für Bestandskunden mit LTE bereitgestellt. Die Umstellung erfolgt dann kostenlos und automatisch. Allerdings gibt es LTE nicht in allen Handytarifen. Und von Netz zu Netz sieht die Situation unterschiedlich aus. Im D1-Netz (Telekom) kann euch nur die Telekom selbst LTE anbieten, während der Discounter congstar, Klarmobil oder die sparhandy Allnet-Flats keinen LTE-Zugriff bekommen. Ebenso sieht es im D2-Netz (Vodafone) aus: Selbst der eigenen Discounter otelo bekommt keine LTE-Freischaltung.

Lediglich die Provider-Tarife von mobilcom-debitel, die hochpreisige Tarifkopien der Netzbetreiber sind, erhalten im D-Netz LTE.

Im Telefónica-Netz sieht es hingegen ganz anders aus: Hier sind sowohl die Netzbetreiber- als auch die Discounter-Tarife für LTE freigeschaltet. Hier gibt es kaum noch Handyverträge, die kein LTE nutzen.

Wie bereits bemerkt, nicht vergessen! Auch wenn euer Handytarif LTE mitbringt: Ihr benötigt außerdem ein LTE-fähiges Handy und müsst euch in einer Region aufhalten, in der LTE bereits ausreichend ausgebaut ist.

Welche Tarife verfügen über LTE?

Im Grunde gibt es aktuell eine recht einfache Faustregel, die ihr euch merken könnt. Denn längst nicht alle Provider bieten Tarife mit LTE an.

Grundsätzlich surft ihr bei den Netzbetreibern (also in Original-Tarifen der Telekom, von Vodafone und von o2 sowie bei den entsprechenden Angeboten der Reseller) bereits mit LTE-Geschwindigkeit. Außerdem werden die meisten Handytarife im Telefónica-Mobilfunknetz, also etwa die Tarif-Angebote der Drillisch-Marken, bereits mit LTE umgesetzt, dann allerdings in reduzierter Geschwindigkeit und ohne LTE max.

Wie erkenne ich, ob ich LTE habe?

Zum einen direkt bei Tarif-Abschluss. Denn LTE-Tarife werden natürlich entsprechend vermarktet, und im Kleingedruckten findet ihr Hinweise auf die genaue Datenübertragungsrate.

Wenn ihr den Tarif längst abgeschlossen habt und aktiv nutzt, dann achtet auf euer Handy-Display: Ganz oben seht ihr, falls eine Internetverbindung besteht, mit welcher Geschwindigkeit ihr unterwegs seid. E steht dabei für Edge, 3G oder H für die Datenübertragung per UMTS oder HSDPA und LTE bzw. 4G für LTE.

Brauche ich LTE?

Allein wegen der höheren Surfgeschwindigkeit im mobilen Netz lohnt sich LTE nur bedingt. Denn bereits im 3G-Netz und mit bis zu 42,2 MBit/s. ist ruckelloses Surfen und Streamen möglich.

Datenübertragungsraten im 3-stelligen Bereich kommen dagegen selten tatsächlich bei euch an. Und wirken sich kaum noch auf die Surfgeschwindigkeit aus, sind in der Praxis also kaum noch bemerkbar.

Die Frage, welche Handy-Geschwindigkeit ihr wirklich braucht, solltet ihr euch stellen, bevor ihr einen neuen Handyvertrag sucht. Denn Tarife, bei denen es kein LTE gibt, sind wesentlich günstiger. Und auch LTE ist nicht immer gleich LTE: Es gibt Unterschiede zwischen Telekom, Vodafone und Telefónica (o2), die teilweise beträchtlich sind.

Besserer Empfang durch LTE?

Falls ihr aber in einer ländlichen Region lebt und im 3G-Netz schlechten Empfang habt, lohnt sich die Umstellung in einen LTE-Tarif. Denn während der LTE-Ausbau derzeit stark vorangetrieben wird (die Telekom kratzt etwa schon stark an der 100-Prozent-Marke, während die Telefónica noch aufzuholen hat), bleibt es im 3G-Netz bei der aktuellen Netzabdeckung und beim Status quo.  LTE kann also generell einen besseren Empfang bedeuten .

Kann ich zu Hause auch LTE statt DSL nutzen?

Ein Blick in die maximale Geschwindigkeit zeigt: LTE ist schneller als DSL. Der weit verbreitete Standard DSL 16.000 bietet etwa »nur« 16 MBit/s.

Allerdings ist es nicht sinnvoll, seinen DSL-Vertrag zu kündigen und per Tethering dauerhaft mit LTE am Computer oder Notebook zu surfen: Beim Surfen zu Hause kommen schnell mal 50 Gigabyte und mehr zusammen, vor allem, wenn ihr Filme in HD streamt oder zum Beispiel Games mit Online-Zugang zockt. Da ist das so attraktiv dargestellte »WLAN aus der Steckdose« schnell aufgebraucht.

Es gibt mitunter aber Tarife oder mobile Hotspots, die LTE für zu Hause bieten (z.B. der congstar Homespot oder die Vodafone GigaCube). Das stellt einen Ersatz für alle dar, bei denen einfach noch kein wirklich schnelles DSL ankommt. Nur die Volumenbegrenzung stellt eine wichtige Einschränkung dar, die LTE eben zu keiner ernsthaften DSL-Alternative macht.

LTE: Ja oder nein?

Abgesehen von Regionen, in denen 3G schlecht ausgebaut ist, ist LTE eine gute Zugabe, aber kein Muss. Es lohnt sich nicht, einen Handyvertrag nur wegen der dort angegeben LTE-Highspeed-Geschwindigkeit abzuschließen. Vor allem, da selten die maximal angegebene Geschwindigkeit erreicht wird. Aber: LTE ist Gegenwart und Zukunft zugleich, hier wird der Ausbau vorangetrieben, während alte 3G-Netze nicht mehr großartig weiterentwickelt werden. Langfristig (und wer keinen Handyvertrag ohne Laufzeit anschließt, muss ja eine Entscheidung für mindestens 2 Jahre treffen) wird LTE natürlich größere Vorteile haben.

Die Frage, ob LTE aber zum jetzigen Zeitpunkt ein besonders wichtiger Bestandteil eines Tarifs ist, würden wir deshalb mit »Jein« beantworten. Achtet bei der Wahl eures Handytarifs lieber auf das Datenvolumen und auf das Budget.


Achtet ihr auf LTE, wenn ihr einen neuen Handyvertrag abschließt?

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