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LTE Frequenzen in Deutschland: Welches LTE / 4G-Band ist wichtig?

LTE Frequenzen

Geht es um LTE Mobilfunkfrequenzen in Deutschland, dann herrscht auch Jahre nach dem Start von 4G noch immer Unklarheit: Was hat es mit den unterschiedlichen LTE-Bändern denn nun auf sich?

Gerade, wer sich für den Kauf von Smartphones im Ausland (speziell aus China) interessiert, achtet vielleicht auf das LTE Band 20. Weltweit gibt es jedoch deutlich mehr LTE-Funkfrequenzen. Und auch in Deutschland ist ein Band längst nicht alles: Mittlerweile sind es 7 Bänder, die den 4G-Standard verwirklichen.

Lest in unserer Übersicht, was ihr über Frequenzen von LTE in Deutschland wissen solltet.

LTE Mobilfunkfrequenzen in Deutschland

Welche LTE Mobilfunkfrequenzen gibt es in Deutschland?

Wohl eine der wichtigsten Fragen, wenn ihr ein Handy im Ausland kauft: Unterstützt mein neues Handy LTE? Grundsätzlich ja, denn bis auf einige wenige Ausnahmen (meist Einsteiger-Handys für unter 100 €) unterstützen Smartphones mittlerweile generell LTE. Aber: Nicht immer auch in Deutschland.

Grund dafür ist, dass  weltweit unterschiedliche LTE Mobilfunkfrequenzen  genutzt werden. Ein Handy aus China kann also in Peking wunderbar mit 4G funken, in Deutschland jedoch kein Netz finden.

Schon allein, da die UMTS- / 3G-Abschaltung ein wichtiges Thema der kommenden Jahre wird, gleichzeitig aber der 5G-Ausbau noch ganz am Anfang steht, lohnt es, sich mit den gängigen LTE-Frequenzen zu beschäftigen, um auch in Zeiten der Umstellung weiter erreichbar zu bleiben.

Früher oder später werdet ihr wohl um einen LTE-Tarif nicht mehr herumkommen. In einem eigenen Beitrag erklären wir übrigens noch einmal ausführlich, was LTE genau ist.

Welches LTE Band in Deutschland?

Welches LTE Band ist in Deutschland also wichtig? Neben dem bereits vielfach erwähnten  LTE Band 20 sind auch die Bänder 3 und 7  weit verbreitet. Das sind die ursprünglichen Bänder, deren Frequenzbereiche bereits von Anfang an bereitstehen, schon in der Auktion 2010 versteigert wurden.

Die Netzbetreiber haben also mit diesen Bändern angefangen, das 4G-Netz aufzubauen. Dementsprechend ist die Abdeckung auf diesen drei Frequenzspektren auch am besten.

LTE-Frequenzen 2010 und 2015 in zwei Runden für rund 9,5 Milliarden Euro versteigert

Lukrativ für den Staat, teuer für die Netzbetreiber: Die LTE-Frequenzen wurden in zwei Runden versteigert, 2010 und 2015. Und spülten insgesamt rund 9,5 Milliarden Euro in die Kassen.

Die folgende Tabelle zeigt die Ausgaben der Netzbetreiber für die entsprechenden Frequenzen aus den Versteigerungsrunden von 2010 und 2015. Details zu den Frequenzmengen und Beträgen erhaltet ihr wie immer bei der Bundesnetzagentur (Versteigerung 2010, Frequenzversteigerung 2015).

NetzbetreiberAusgaben 2010Ausgaben 2015
Telekom1,3 Milliarden Euro1,8 Milliarden Euro
Vodafone1,4 Milliarden Euro2,1 Milliarden Euro
Telefónica1,4 Milliarden Euro1,2 Milliarden Euro
E-Plus283 Millionen Euro/
Gesamtausgaben4,4 Milliarden Euro5,1 Milliarden Euro

Neben den Bändern aus der ersten Auktion sind hier in Deutschland auch die  LTE-Bänder 8, 28 und 32  vertreten, allerdings mit deutlich niedrigerer Relevanz. So stehen einzelne Bänder etwa nur in ausgewählten Netzen zur Verfügung. Außerdem handelt es sich teils um freiwerdende Frequenzen, die bislang von anderen Diensten, etwa DVB-T, belegt waren. Was das angeht, wird also nach und nach weiter ausgebaut.

Generell gilt laut Bundesnetzagentur: LTE deckt  Frequenzbereiche zwischen 700 MHz. und 2700 MHz.  ab.

LTE Frequenzbänder in Deutschland (Übersicht)

Die folgende Übersicht zeigt LTE Bänder in Deutschland. Beginnend mit den wichtigsten und ältesten Bändern 20, 3 und 7 arbeiten wir uns zu den neueren Frequenzen vor.

Funkfrequenzen in der Stadt und auf dem Land – Ein Unterschied

Gibt es einen Unterschied zwischen Funkfrequenzen in der Stadt und auf dem Land? Als grobe Faustregel gilt: Je größer das Funkspektrum, desto geringer die Reichweite und desto mehr Geräte können sich gleichzeitig in eine Funkzelle einwählen. Vodafone hat eine zwar allgemeiner gehaltene aber dennoch interessante Übersicht über den Einsatz von Frequenzspektren in der Stadt, in Gemeinden und auf dem Land erstellt.

Allein die große Auswahl an Frequenzspektren zeigt: Gut fährt, wer nicht allein auf LTE Band 20 setzt. Das ist zwar nach wie vor das wichtigste Frequenzband, doch wer sich in Großstädten aufhält, sollte darauf achten, dass sein Handy auch höhere Frequenzbereiche abdeckt.

Ideal ist also die Wahl eines Smartphones, welches  möglichst viele LTE-Frequenzbänder  unterstützt. Ältere Modelle von vor 2015 dürften etwa nicht auf den neuen Bändern funken können – sodass euch mit diesen Modellen ein 4G-Ausbau vonseiten der Netzbetreiber eben auch nicht immer etwas bringt.

Wie findet ihr heraus, welches Frequenzband euer Handy unterstützt? Beim Hersteller. In den technischen Details sind die einzelnen Bänder meist aufgelistet, oft abgekürzt als  B20, B3, B7 . Erscheinen Handys offiziell in Deutschland bzw. in Europa, sind in aller Regel die wichtigsten Bänder abgedeckt.

LTE Band 20 mit 800 MHz.

Das wohl wichtigste und bekannteste Band ist das LTE Band 20, das auf dem 800-MHz.-Frequenzbereich liegt. LTE Band 20 ist in Deutschland sowohl in der Stadt als auch auf dem Land gut ausgebaut. Mit einem Handy mit LTE Band 20 ist es also am wahrscheinlichsten, dass ihr LTE-Empfang habt.

Vorteil der LTE-Frequenz: Die Funksignale reichen vergleichsweise weit, können also auch größere Gebiete flächendeckend mit 4G versorgen. Außerdem können die Funksignale besser durch Mauern dringen, erreichen somit auch Gebäude.

LTE Band 3 mit 1.800 MHz.

LTE Band 3 funkt auf der vergleichsweise alten 1.800-MHz.-Frequenz. Laut Global Mobile Suppliers Association (GSA) ist LTE Band 3 das weltweit am häufigsten genutzte Frequenzspektrum, übrigens gefolgt von den ebenfalls in Deutschland üblichen Frequenzen in Band 7 und Band 20.

LTE Band 7 mit 2.600 MHz.

LTE Band 7 funkt mit 2.600 MHz.-Frequenz. Vorteil: In den höheren Frequenzbereichen sind auch höhere Datenraten möglich. Band 7 wird vornehmlich in Städten genutzt – also dort, wo sich viele Menschen gleichzeitig ins mobile Netz einwählen. Mit Band 7 steigt also die Kapazität des 4G-Netzes. Allerdings verfügt Band 7 nur über eine geringe Reichweite. In ländlichen Regionen kommt der Standard deshalb selten zum Einsatz.

LTE Band 1 mit 2.100 MHz.

Auf dem Frequenzband um 2.100 MHz. funkte bisher UMTS. Mit der allmählichen Abschaltung von 3G werden mit LTE Band 1 neue Frequenzen frei und voraussichtlich noch 2019 neu vergeben. Diese könnten jedoch nicht nur für LTE, sondern auch für 5G genutzt werden. Bisher kommt Band 1 bei Vodafone und der Telefónica zum Einsatz, nicht aber bei der Telekom. Die Wahl eines Handys mit Band-1-Unterstützung ist somit für Kunden mit D2- oder Telefónica-Netztarif relevant.

LTE Band 8 mit 900 MHz.

Seit 2017 nutzt die Telekom LTE Band 8 mit 900 MHz. Mit Vertrag im Vodafone-Netz oder Telefónica-Netzverbund habt ihr also mit LTE Band 8 nichts zu tun, nur Telekom-Kunden funken in diesem Frequenzspektrum. Heißt auch: Nutzt ihr einen Vertrag im D2-Netz oder im Telefónica-Netzverbund, könnt ihr Band 8 vernachlässigen (und eher auf Band 1 achten). Einen Vorteil von der Frequenz habt ihr lediglich als Telekom-Kunde. Übrigens handelt es sich um eine alte 3G-Frequenz, die vor allem auf dem Land und in Gebäuden zum Einsatz kommt.

LTE Band 28 mit 700 MHz.

Das LTE Band 28 mit 700 MHz. funkt nur theoretisch. Die Frequenz um 700 MHz. wurde bislang für DVB-T genutzt. Nach der Abschaltung könnte diese Frequenz dem besseren LTE-Ausbau auf dem Land zugute kommen. Oder aber als 5G-Funkfrequenz genutzt werden.

LTE Band 32 mit 1.500 MHz.

Ein weiteres Frequenzband ist LTE Band 32 im Frequenzbereich um 1.500 MHz. Dieses wird von Telekom und Vodafone genutzt, Telefónica-Kunden haben also nichts von Band 32.

Das Band fungiert als Unterstützer bestehender Frequenzbereiche, alleinstehend kann Band 32 nicht verwendet werden, da es lediglich den Downlink (Wikipedia) unterstützt, also nur Daten von der Basis-Mobilfunkstation empfängt, nicht aber sendet. LTE Band 32 könnte etwa mobile Datenhotspots unterstützen und damit die Mobilfunknetze entlasten. Idealerweise wird die Frequenz um 1.500 MHz. die Bänder 20 und 28 unterstützen, um die Versorgung auf dem Land zu verbessern. Möglich ist auch der spätere Einsatz als 5G-Frequenz.

LTE Frequenzen in Deutschland und der Welt

Weltweit gibt es zahlreiche LTE-Frequenzen. Die Bänder wurden nie einheitlich vergeben, was für Handy-Hersteller bedeutet: Je mehr Funkfrequenzen ein Smartphone unterstützt, desto besser.

Denn dann ist 4G-Empfang in möglichst vielen Ländern und Regionen gewährt. Für euch heißt das: Je nachdem, welche LTE-Bänder euer Handy unterstützt, habt ihr möglicherweise in Deutschland (zum Beispiel bei Import-Handys aus China) oder auch im Urlaub (wenn euch eure Reise zum Beispiel in den asiatischen Raum führt) keinen LTE-Empfang.

Eine Übersicht der wichtigsten LTE-Frequenzen in Deutschland un der Welt findet ihr in der Wikipedia. Wir haben einige wichtige Frequenzen in dieser Übersicht zusammengestellt, die Liste ist jedoch nicht erschöpfend.

LTE BandFrequenzbereichNutzung in DeutschlandLänder (Auswahl)
Band 1 (B1)2100 MHzjaÖsterreich, Schweiz, Italien
Band 2 (B2)1900 MHzneinUSA
Band 3 (B3)1800 MHzjaSchweiz, Norwegen
Band 4 (B4)1700 MHzneinUSA, Kanada
Band 5 (B5)850 MHzneinSüdkorea
Band 7 (B7)2600 MHzjaBrasilien,Litauen
Band 8 (B8)900 MHzjaÖsterreich
Band 13 (B13)700 MHzneinUSA, Usbekistan
Band 17 (B17)700 MHzneinUSA
Band 20 (B20)800 MHzjaÖsterreich, Italien, Schweden
Band 25 (B25)1900 MHzneinUSA
Band 28 (B28)700 MHzjaweltweit
Band 32 (B32)1500 MHzjaEuropa
Band 38 (B38)2600 MHzneinPolen, Russland, Saudi-Arabien
Band 40 (B40)2300 MHzneinHongkong

4G Frequenzen bei den Netzbetreibern

Einige 4G Frequenzen gelten ausschließlich bei einigen Netzbetreibern. Heißt für euch: Je nachdem, in welchem Netz ihr unterwegs seid, könnt ihr auf Frequenzen verzichten, die der Netzbetreiber ohnehin nicht unterstützt.

So werden Telekom-Kunden nichts davon haben, wenn ihr Smartphone LTE Band 1 unterstützt. Mit Tarif im Vodafone-D2-Netz funkt ihr dagegen nicht auf Band 8, auch wenn euer Smartphone das theoretisch könnte.

  • Band 1 (2.100 MHz.): Vodafone, Telefónica
  • Band 8 (900 MHz.): Telekom
  • Band 32 (1.500 MHz.): Telekom, Vodafone

5G Frequenzen in Deutschland

Für 2019 steht ja noch die Versteigerung der 5G-Frequenzen in Deutschland an. Statt um ein neues 4G Band bemühen sich die Netzbetreiber dann um den Aufbau eines ganz neuen Netzes. Die 5G-Auktion soll gemäß Bundesnetzagentur Frequenzen um 2 GHz. sowie 3,4 bis 3,7 GHz. abdecken.

Daniel
Über Daniel (Redaktion) (3588 Artikel)
Mobilfunk-Experte und Schnäppchen-Fan seit 2009 / viel zu ehrlich, um euch einen zu teuren Handytarif anzuschnacken / kennt die Tricks der Mobilfunkanbieter und weist euch auf Kostenfallen hin / 2019 als Mobilfunkexperte für RTL im Einsatz / hat auf derselben Schule wie Pinar Atalay (ARD Tagesthemen) Abitur gemacht / nicht mit dem Torwart vom HSV zu verwechseln / zahlt monatlich 16,25 € für seine 10 GB Allnet-Flat im Telekom-Netz / Rufnummernportierer seit 1999

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