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Handy-Vertragslaufzeit höchstens 12 Monate? Bald kürzere Laufzeit für Mobilfunkverträge per Gesetz – der Entwurf liegt vor! Warum das für Schnäppchenfreunde keine gute Nachricht ist … und: Wir hätten da einen Vorschlag!

Handyvertrag: Mindestlaufzeit nur 12 Monate - es wird (leider) konkreter!

Mobilfunkvertrag mit Laufzeit 12 MonateIst das das Ende langer Vertragslaufzeiten? Wie die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung Ende März 2019 berichtete, plante Bundesjustizministerin Katarina Barley, in vielen Verträgen die Vertagslaufzeit auf maximal ein Jahr zu begrenzen. Frau Barley ist zwar Geschichte, die neue Ministerin (Christine Lambrecht, SPD) macht aber mit einem Gesetzesentwurf (die Eckpunkte sind hier nachzulesen) weiter: 12 Monate statt bisher 24 Monate würdet ihr euch künftig nur noch an einen Mobilfunkanbieter binden. Auch eine automatische, stillschweigende Vertragsverlängerung soll mit nur noch maximal 3 Monaten Laufzeit einhergehen. Klingt gut, oder nicht? Wir sehen das skeptisch: Das soll zwar Kostenfallen verhindern und vor Abzocke schützen und könnte zwar zu mehr Flexibilität, gleichzeitig aber auch zu höheren Kosten führen, jedenfalls für die Clever-Vergleicher.

Unserer Meinung nach gibt es viele gute Verträge auch ohne lange Laufzeiten. Die flexiblen Handytarife mit monatlicher Kündbarkeit haben wir ja schon länger im Blick. Schaut mal hier:

Handyvertrag nur noch auf ein Jahr befristet – der Gesetzentwurf liegt vor!

UPDATE VOM 15.8.2019 Die neue Bundesjustizministerin Christine Lambrecht macht da weiter, wo die alte aufhörte. Und plant, das Handy-Vertragsrecht neu zu schreiben (siehe REUTERS). So soll nun ein konkreter Gesetzentwurf vorliegen, um vor sogenannten Knebelverträgen zu schützen. Wenn auch noch nicht dem Parlament, so liegt dieser wenigstens schon mal der BILD-Zeitung vor. ;-)

»Wir werden die zulässigen Vertragslaufzeiten verkürzen und stärken so die Wahlfreiheit der Kunden.«

Tja, ist dem wirklich so? Was gut gemeint ist, dürfte sich für Handy-mit-Vertrag-Sucher dann bald rächen − denn es entzieht das Geschäftsmodell für Reseller, eine günstige Einmal-Zahlung für ein neues Smartphone anbieten zu können, wenn künftig Kosten auf maximal 12 statt 24 Monate verteilt werden können.

Gesetz wirklich verbrauchernah?

Für SIM-only-Angebote lassen wir den Vorschlag jedoch gelten. Wer eine Kündigung verpasst, für den ist’s ärgerlich. Andererseits werden so die extrem günstigen Angebote in allernächster Zeit verhindert − die natürlich einerseits durch längere Laufzeiten quersubventioniert werden, andererseits dürch Kündigungsverpasser, klar das ist auch Teil der Wahrheit.

Trotzdem: Mit Einführung einer 12-monatigen Mindestvertragslaufzeit wird das Handy-Schnäppchen-Preisniveau nicht mehr das sein, was es aktuell ist. Und schon jetzt wird ja gestöhnt, wie teuer Mobilfunk in Deutschland im Vergleich zum Rest Europas sei … sagt den Verbrauchern also auch, dass dieser neue Schutzschirm kosten wird.

Unser Tipp: Basis-Laufzeit 12 Monate – aber dann mit Wahlfreiheit!

Unser Vorschlag: 12 Monate Basis-Laufzeit, gern! Aber bitte die Wahlfreiheit so ausdehnen, dass freiwillig auch 2, 3 oder sogar noch mehr Jahre gewählt werden können. Das könnte die Mobilfunkkosten sogar mittelfristig senken!

Denn Modelle, bei denen dann die Hardware mit einem gesonderten Ratenvertrag vom Handyvertrag entkoppelt wird, entzieht den Angeboten die Magie. Wer schließt künftig einen Einjahresvertrag ab, wählt dazu dann aber einen Zweijahres-Hardware-Vertrag?

Handyvertrag: Laufzeit bald nur noch 1 Jahr maximal?

URSPRÜNGLICHER BEITRAG VOM 1.4.2019 Die neuen Mindestlaufzeiten sind Teil eines ganzen Pakets, das Justizministerin Katarina Barley für die Bekämpfung von Kostenfallen schnüren will.

Neben der Reduzierung der Mindestlaufzeit von bisher 24 Monate auf 12 Monate soll auch der Zeitrahmen einer Vertragsverlängerung reduziert werden: Statt bisher um 12 Monate sollen sich Verträge dann nur noch um jeweils 3 Monate verlängern. Die Kündigungsfrist soll auf einen Monat gekürzt werden.

Das berichtete die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (faz.net), weitere Informationen gibt es unter tagesschau.de.

Bislang handelt es sich jedoch um  Vorschläge . Ob und wann die Pläne zu einem konkreten Gesetz werden, steht noch nicht fest.

Verträge: Mindestlaufzeit 12 Monate, Verlängerung um nur noch 3 Monate

  • Handy- und Festnetzverträge: Mindestlaufzeit nur noch 12 Monate
  • Vertragsverlängerung greift für maximal 3 Monate
  • Kündigung ein Monat vor Vertragsende

Höhere Preise durch kürzere Handy-Vertragslaufzeiten?

Die neue Handy-Vertragslaufzeit würde zwar als Vorteil mehr Flexibilität bringen, könnte jedoch zu höheren Preisen führen. Denn klar: Der Mobilfunkanbieter wird die Kosten für Smartphone & Co. dann nicht mehr auf zwei Jahre, sondern auf die Hälfte des regulären Zeitraums verteilen. Das kann sich in höheren Zuzahlungen, aber eben auch in höheren monatlichen Kosten niederschlagen.

12 Monate Handy-Vertragslaufzeit - wirklich nötig?
  • Wir wären für Wahlfreiheit!
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Dieser Verbraucherschutz wird teuer

Verbraucherschutz ist wichtig und richtig, ohne Frage! Gerade deshalb achten wir so akribisch aufs Kleingedruckte in den Angeboten, weisen euch aktiv auf Fallstricke hin, wenn es etwas zu beachten gibt (Stichwort: Testoptionen). Der Vorstoß für ein neues konkretes Gesetz könnte aber aus Preis-Leistungs-Sicht mehr schaden als nützen. Diejenigen, die bislang eifrig Angebote verglichen, rechtzeitig gekündigt haben, um dann wieder einen neuen preiswerten Vertrag zu finden, werden künftig abgestraft. Dann mit nur 12-monatiger Vertragslaufzeit werden viele Handy-Bundles mit Vertrag unattraktiver. Gut für die Mobilfunkanbieter, denn so steigt der Umsatz pro Monat an, wenn künftig für Smartphones mit höherem fixem Sockelbetrag in Vorleistung gegangen werden muss. Oder die Grundgebühr steigt einfach. Sollte solch ein Gesetz verabschiedet werden, werden die Mobilfunkpreise jedenfalls steigen müssen, da kann es keine 2 Meinungen geben. Wenn Verbraucherschutz also steigende Preise bedeuten soll, um vor „Knebelverträgen“ besser zu schützen, dann ist das auch Teil der Wahrheit. Schade, dass cleveren Sparern dann die Chance auf günstige Verträge genommen wird. Deshalb haben wir einen Vorschlag: Wie wäre es mit Wahlfreiheit? Die Basis-Laufzeit kann man gern auf 12 Monate beschränken, wenn Verbraucher dafür die Chance bekommen, freiwillig auch längere Laufzeit auszuwählen, um damit die Kosten geringer zu halten. Beispielsweise auch 3 oder mehr Jahre!

Daniel
Über Daniel (Redaktion) (3507 Artikel)
Mobilfunk-Experte und Schnäppchen-Fan seit 2009 / viel zu ehrlich, um euch einen zu teuren Handytarif anzuschnacken / kennt die Tricks der Mobilfunkanbieter und weist euch auf Kostenfallen hin / 2019 als Mobilfunkexperte für RTL im Einsatz / hat auf derselben Schule wie Pinar Atalay (ARD Tagesthemen) Abitur gemacht / nicht mit dem Torwart vom HSV zu verwechseln / zahlt monatlich 16,25 € für seine 10 GB Allnet-Flat im Telekom-Netz / Rufnummernportierer seit 1999

Was haltet ihr von einer Reduzierung der Mindestvertragslaufzeit auf max. 12 Monate?

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2 Kommentare zu Handy-Vertragslaufzeit höchstens 12 Monate? Bald kürzere Laufzeit für Mobilfunkverträge per Gesetz – der Entwurf liegt vor! Warum das für Schnäppchenfreunde keine gute Nachricht ist … und: Wir hätten da einen Vorschlag!

  1. Werner Haucke // 15. August 2019 um 22:24 // Antworten

    Vollkommen Richtig !Wer ein neues Handy auf Raten braucht kann dies auch anders gestalten.Manch einer überlegt sich dann ,ob er auch wirklich ein neues braucht.Die jetzige Praxis verschleiert nur die echten Handykosten .Günstige Mobilfunktarife wird es auch weiterhin geben , nur werden die tatsächlichen Kosten für das Handy transparenter !

    • Danke für die Meinung!

      Das ist m.E. eine Frage der Perspektive und leider ein weit verbreiteter Irrglaube, dass das „Handy auf Raten“ zum Vertrag teurer wäre – dem ist nämlich nicht so, wenn man clever bei Drittanbietern schaut (was bspw. wir Tag für Tag tun). Direkt beim Netzbetreiber oder den Anbietern selbst hingegen wird oftmals sehr viel mehr als „Handy-Aufschlag“ fällig, man sollte aber als Gesetzgeber und Verbraucher stets den Gesamtmarkt (und nicht nur einen Teil-Ausschnitt) betrachten, für den es dann womöglich geregelt wird.

      Die tatsächlichen Kosten transparent aufschlüsseln (wenn es daran mangelt) könnte der Gesetzgeber ja nun mal schon längst regeln! Stattdessen wurde ein (wirkungsloses) Produktinformationsblatt zur Pflicht, das lediglich den Basistarif ausweist, es durch Aktionstarife aber häufig Abweichungen davon gibt (was die Praxis nun mal zeigt). Übrigens (anderes Thema) genauso, wie das Werben mit LTE-Max-Angaben einzuschränken / der Realität anzupassen.

      Meine Meinung wäre eben Wahlfreiheit für alle: Einjahresvertrag als Basis – aber wer sich freiwillig länger bindet, soll wie heute von den besseren Konditionen profitieren. So kann es günstig bleiben, und die, die sich nicht gern um Vertragsdinge kümmern, wählen dann nach wie vor Einjahrestarife mit entsprechender Vertragssicherheit. ;-)

      Aber sicher ein streitbares Thema!


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