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Rufnummernmitnahme: Portierung der Handynummer bei Vertragswechsel

Rufnummernmitnahme

Das Thema Rufnummernmitnahme (MNP, Portierung) ist nicht zu unterschätzen: Wisst ihr, bei wie vielen Freunden, Bekannten und Kollegen eure Nummer im Smartphone eingespeichert ist? In unserem Fall sind wir uns da gar nicht so sicher und können die genaue Zahl nur schätzen.

Umso schlimmer, wenn wir uns für einen neuen Mobilfunk-Anbieter entscheiden und dann daran denken müssen, unsere neue Rufnummer jedem mitzuteilen.

Wie gut, dass es die Möglichkeit gibt, seine Rufnummer zum neuen Anbieter mitzunehmen (Portierung). Wie das genau funktioniert, erklären wir euch in den folgenden Abschnitten. Damit dürfte eine Rufnummermitnahme zum Kinderspiel für euch werden. ;-)

Zum 20.4.2020 sinken die Kosten für die abgehende Rufnummernmitnahme auf 6,82 €. Dann dürften auf keine hohen Boni für die Rufnummernmitnahme mehr möglich sein:

Handynummer umziehen: So geht’s richtig!

Bevor es losgeht: Die rechtlichen Grundlagen

Wer seine Handynummer umziehen oder seine Handynummer parken möchte, weil ein Tarifwechsel ansteht, sollte sich generell über die rechtliche Situation informieren, um nicht vom neuen Anbieter abgebügelt zu werden.

Die Mitnahme der alten Handynummer, die auch als Portierung (MNP) bezeichnet wird, ist seit dem 1. November 2002 verpflichtend für alle Anbieter. Und zwar unabhängig vom Netz. Egal, wo ihr aktuell also einen Vertrag geschlossen habt: Wenn ihr wechseln wollt, dürft ihr eure alte Rufnummer in jedem Fall behalten. Anfangs war die Portierung jedoch mit einer hohen Gebühr verbunden, die die Bundesnetzagentur drei Jahre später schließlich auf höchstens 29,95 Euro (netto) begrenzte.

Deshalb gewann die Rufnummernmitnahme erst seit 2005 an Attraktivität und konnte sich nach und nach durchsetzen.

Seit dem 20.4.2020 liegt der Betrag bei brutto 6,82 € − eine erneute Anpassung der BNetzA nach eingehender Überprüfung mit einigen Verfahren ging dieser Veränderung voraus.

Rufnummermitnahme

Wenn ihr eure eigene Handynummer behalten wollt, hilft nur die Rufnummernmitnahme

Mitnahme der Nummer auch vor Vertragsende möglich

Seit 2012 habt ihr außerdem die Möglichkeit, eure Handynummer noch während eines laufenden Vertrags portieren zu lassen. Der alte Anbieter weist euch dann bis zum Vertragsende eine neue Nummer zu. Vorteil: Ihr könnt eure alte Handynummer sofort im Rahmen eures neuen Vertrags nutzen. Der Übergang erfolgt nahtlos.

Die Übernahme ist nicht möglich, wenn es sich um einen Tarifwechsel statt um einen Anbieterwechsel handelt. Dies kann auch dann relevant sein, wenn der Wechsel etwa zwischen zwei Mobilfunk-Discountern erfolgt, die von der gleichen Muttergesellschaft betrieben werden (z.B. Drillisch; auch wenn dieser Fall eher eine Ausnahme darstellt). Im Zweifelsfall hilft immer eine Rückfrage beim Kundenservice, bevor ihr einen Neuvertrag abschließt.

Keine (eingehende) Portierungspflicht

Denn: Anbieter sind zwar verpflichtet, Rufnummern für die Portierung freizugeben. Es besteht jedoch keine Pflicht für den neuen Anbieter, dem Wunsch des Neukunden zu entsprechen und dessen alte Handynummer in den neuen Vertrag zu integrieren. Dieser Fall ist jedoch in der Praxis sehr selten und entspricht nicht dem Service-Gedanken der meisten Anbieter – ganz im Gegenteil werben die meisten Anbieter mit der Option, die alte Rufnummer bequem in den neuen Vertrag mitnehmen zu können.

Handynummer mitnehmen

Ein ganz normaler Fall: Wer seine Handynummer mitnehmen möchte, findet dazu zahlreiche Hilfen direkt bei den Mobilfunkanbietern. Beachten sollte man trotzdem vorab einige Kleinigkeit

Wie funktioniert die Rufnummernmitnahme?

Wir erklären es euch:

Schritt 1: Einen neuen Vertrag finden und den alten Vertrag kündigen!

1 Um eine alte Rufnummer zu portieren, sind im Prinzip nur wenige Schritte erforderlich. Allem voran geht natürlich der Vertragswechsel. Vergleicht Handytarife und sucht euch euren neuen Wunschtarif und -anbieter heraus.

Hilfe dabei gibt es hier wie gewohnt bei uns hier auf HandyRaketen.de, z.B. in unseren Ratgebern:

In den neuen Vertragsbedingungen erfahrt ihr auch direkt, ob eine Rufnummernmitnahme belohnt wird – etwa durch einen Wechselbonus im Rahmen besonderer Angebote.

Schritt 2: Kosten in Erfahrung bringen!

2 Jeder Anbieter kann für die Rufnummernmitnahme eine Gebühr in Höhe von maximal 6,82 € verlangen. Die tatsächliche Höhe dieser Gebühr erfahrt ihr in den Vertragsbedingungen oder beim Kundenservice eures Anbieters. Erfahrungsgemäß liegt diese aber beim Maximalbetrag der zum 20.4.2020 festgelegten neuen Obergrenze.

Schritt 3: Den Datenabgleich beachten!

3 Berücksichtigt, dass die bei eurem alten Anbieter hinterlegten Daten (bei Privatkunden: Rufnummer, Name, Geburtsdatum) genau mit den Daten übereinstimmen müssen, die ihr bei eurem neuen Anbieter eintragt. Der Abgleich erfolgt maschinell und ist beispielsweise problematisch, wenn sich euer Name oder eure Adresse geändert hat. Habt ihr euren alten Anbieter nicht informiert, wird der Antrag auf Rufnummernmitnahme abgelehnt.

Schritt 4: Portierung beim alten Anbieter beantragen!

4 Bei der Portierung kommt es darauf an, ob es sich bei eurem alten Vertrag um einen Prepaid-Tarif oder um einen Mobilfunkvertrag mit Laufzeit handelt.

  • Bei einem Prepaid-Tarif müsst ihr eine sogenannte »Verzichtserklärung« ausfüllen (ihr verzichtet sozusagen auf die Nutzung eurer Prepaid-Karte und Nummer) und diese beim alten Anbieter gemeinsam mit einer Kündigung einreichen. Dafür gibt es vorgedruckte Formulare, die neben der Angabe eurer Rufnummer auch die SIM-Kartennummer und euren Namen oder das Geburtsdatum abfragen.
  • Bei einem Vertrag mit Laufzeit (Postpaid) ist ein Antrag auf Rufnummernmitnahme erforderlich. Diesen stellt ihr entweder noch während der Vertragslaufzeit oder bis zu 30 Tage nach Vertragsende bei eurem alten Anbieter. Auch in diesem Fall erhaltet ihr alle notwendigen Formulare. Beachtet: Entscheidet ihr euch für eine Mitnahme während der Vertragslaufzeit, müsst ihr selbstverständlich alle noch ausstehenden Kosten bis zum Vertragsende übernehmen und euren Vertrag rechtzeitig kündigen. Wann die Übertragung der Handynummer genau erfolgt, erfahrt ihr in der Regel per SMS.

Schritt 5: Auf die Freischaltung der »neuen alten Nummer« warten

5 Nachdem der alte Anbieter die Nummer abgeschaltet und damit freigegeben hat, muss der neue Anbieter diese lediglich noch aktivieren. Die Gebühr für die Freigabe eurer Nummer wird von eurem Konto oder eurer Prepaid-Karte abgebucht. Bis zum Abschluss der Portierung kann es einige Stunden dauern. Danach seid ihr wie gewohnt unter eurer alten Handynummer erreichbar. Mit dem Unterschied, dass ihr ab sofort zu den Konditionen eures neuen Mobilfunk-Anbieters surft, telefoniert und SMS schreibt. Gegebenenfalls erhaltet ihr jetzt noch euren Wechselbonus – entweder als Prepaid-Guthaben oder als Gutschrift.

Portierung der Mobilfunknummer

Nicht immer bringt die Portierung der Mobilfunknummer ein Bonus-Guthaben – vor allem fallen beim alten Anbieter Kosten an. Informiert euch also!

Zu viele Informationen auf einmal?

Bonus: Netzzugehörigkeit in Erfahrung bringen!

Im Rahmen der Mitnahme wird die gesamte Nummer inklusive Vorwahl zum neuen Anbieter übertragen. Dementsprechend sind die ersten Ziffern der Mobilfunknummer mittlerweile kein Indiz mehr für den Anbieter und das Netz. Das bringt einen Nachteil mit sich: Telefoniert ihr beispielsweise kostenlos ins Vodafone-Netz, könnt ihr nicht mehr automatisch an der Nummer des Anzurufenden erkennen, ob dieser ebenfalls das Vodafone-Netz nutzt (und nicht etwa o2). Um die Netzzugehörigkeit einer Rufnummer herauszufinden, bieten die Netzbetreiber Abfragemöglichkeiten an. Etwa über eine kostenlose Kurzwahl, per SMS oder online.

Wer seine alte Handyrufnummer mit zum neuen Anbieter nehmen möchte, erhält meistens einen Bonus für die bzw. Rufnummernportierung, wie es auch heißt. Allerdings sollte man sich von diesem Bonus nicht blenden lassen, zumal beim alten Anbieter Gebühren für den Rufnummernwechsel anfallen. Meist kompensiert das gewährte Extra-Guthaben lediglich diese Kosten. Welche Voraussetzungen ihr für einen Rufnummernübertrag erfüllen müsst, erfahrt ihr in diesem Ratgeber.

Rufnummernmitnahme bei Anbietern

Aktuelle Angebote zum Thema Portierung:

FAQ: Fragen & Antworten zum Thema Portierung

Wer einen Handyvertrag − ob nun Allnet-Flatrate, einen Paket-Tarif oder Prepaid − neu günstiger abschließen kann die angebotene Vertragsverlängerung zu alten (meist überhöhten) Konditionen bei seinem bisherigen Anbieter ausschlägt, möchte häufig seine alte Mobilfunknummer mitnehmen.

Diese sogenannte Rufnummernmitnahme sorgt bei manchen Verbrauchern für Kopfzerbrechen und Fragen:

  • Kann ich jede Rufnummer mitnehmen?
  • Was kostet eine Rufnummermitnahme?
  • Wann kann ich meine alte Rufnummer mitnehmen?

Die wichtigsten Richtlinien und Gesetze zu diesem Thema noch einmal zusammengefasst:

  • Die Rufnummernmitnahme in Mobilfunknetzen wird häufig mit den drei Buchstaben MNP abgekürzt. Damit ist der Begriff Mobile Nummer Portability gemeint, der als Standard die Mitnahme der kompletten Nummer inklusive Handy-Vorwahl (0160 … 0173 … etc.) definiert. Selbst bei einem Netzwechsel zieht die Vorwahl, an der man einst das Handynetz erkennen konnte, mit um, sodass es nur noch bei Neuverträgen möglich ist, die Vorwahl einem Netz(betreiber) zuzuordnen.
  • Bei einem Providerwechsel ist der alte Mobilfunk-Provider, mit dem ihr einen Vertrag hattet, gesetzlich verpflichtet, diese Handynummer für einen anderen Anbieter freizugeben (vgl. §46 TKG). Allerdings ist nicht jeder neue Anbieter im Gegenzug verpflichtet, diese zur Verfügung gestellte Nummer zu übernehmen und folglich eingehend zu portieren (otelo-Kunden vor 2013 werden damit leidliche Erfahrungen gemacht haben!).
  • Die Rufnummernmitnahme setzt voraus, dass der neue Provider diese Rufnummernmitnahme eingehend unterstützt. Informationen zur Möglichkeit der Portierung findet ihr entweder in der Preisliste bzw. den AGB des neuen Anbieters bzw. in den FAQ auf der jeweiligen Anbieter-Website. Eine eingehende Portierung kostet kein Geld extra, auch wenn dadurch ein Service-Aufwand entsteht, häufig belohnen die Anbieter bei Neuverträgen den Umzug sogar mit einem MNP-Bonus zwischen 25 und 30 €, der in etwa die Kosten bei eurem alten Anbieter, die immer anfallen, wettmacht.

Ist eine vorzeitige Rufnummernmitnahme (vor Vertragsende) möglich?

  • Ja, ihr könnt eure Rufnummer seit neuesten Regelungen auch dann mitnehmen, wenn ihr noch einen länger laufenden Mobilfunkvertrag habt. Allerdings laufen die Kosten für den Altvertrag weiter, lediglich die Rufnummer wird angefordert, bei Vertragsende freizugeben.

Was kostet eine Rufnummernmitnahme?

  • Für die Mitnahme der Handynummer fallen in aller Regel Gebühren an, die im Jahr 2004 von der Preisregulierungsbehörde (Bundesnetzagentur) auf maximal 29,95 € (Endkundenpreis inkl. MwSt.) festgesetzt wurden (siehe Pressemitteilung). Da der damalige Mehrwertsteuerbetrag noch bei 16% lag und heute bei 19% notiert, hattesich die Gebührenobergrenze bis 19.4.2020 leicht auf maximal 30,72 € (gerundet) erhöht. In der Praxis schwanken die Gebühren zwischen 24 und 30 €.
  • Seit dem 20.4.2020 hat die Bundesnetzagentur diesen Beitrag auf 6,82 € abgesenkt − und für alle Mobilfunkanbieter verpflichtend gemacht (siehe Pressemitteilung).

Die Bundesnetzagentur hat übrigens wichtige Informationen zur Portierung im Mobilfunknetz auf einer eigenen Seite hilfreich zusammengestellt. Gibt es Schwierigkeiten bei der Rufnummernmitnahme oder sogar Probleme, könnt ihr diese dort schildern.

Daniel
Über Daniel (Redaktion) (4065 Artikel)
Mobilfunk-Experte und Schnäppchen-Fan seit 2009 / viel zu ehrlich, um euch einen zu teuren Handytarif anzuschnacken / kennt die Tricks der Mobilfunkanbieter und weist euch auf Kostenfallen hin / 2019 als Mobilfunkexperte für RTL im Einsatz / zahlt monatlich 16,25 € für seine 10 GB Allnet-Flat im Telekom-Netz / Rufnummernportierer seit 1999 / nutzt aktuell ein iPhone
Wie funktioniert eine Rufnummernmitnahme?
Bei einer Rufnummernmitnahme stellt ihr einen Antrag, der oftmals direkt im Bestellprozess mit ausgefüllt wird. So kümmert sich im Grunde der neue Anbieter um die erfolgreiche Portierung, benötigt dafür in der Regel 2 Wochen. Die Anschlussinhaber-Daten müssen dafür übereinstimmen (Adresse, Name)
Wann ist eine Rufnummerntmitnahme möglich?
Eine Rufnummernmitnahme ist oftmals bis zu 90 Tage vorher (in Einzelfällen noch länger) und 30 Tage nach Vertragsende möglich. Wenn ihr aus einem Prepaid-Tarif portiert, müsst ihr eine sogenannte Prepaid-Verzichtserklärung zusätzlich einreichen.
Wie kann ich meine Handynummer behalten?
Um deine Handynummer behalten zu können, musst du einen Antrag auf Rufnummernmitnahme (Portierungserklärung) stellen. Dies geschieht entweder nachträglich oder direkt im Bestellprozess beim neuen Anbieter.
Kann ich meine Nummer mitnehmen, wenn der alte Vertrag noch läuft?
Seit 2012 ist es möglich, eine vorzeitige Rufnummernmitnahme durchzuführen. Du erhältst dann eine neue Rufnummer für die Restzeit deines Altvertrags, denn: Der alte Kontrakt läuft bis zum Vertragsende weiter. Deshalb verwechsle nie, dass du den Altvertrag kündigen musst. Eine Portierungserklärung ersetzt nicht die Kündigung.
Was kostet die Rufnummernitnahme?
Seit dem 20.4.2020 sind die Kosten für die abgehende Rufnummernmitnahme für alle Anbieter auf 6,82 € gedeckelt, mehr darf das Portierungsentgelt also nicht betragen.

Habt ihr Erfahrungen mit der Mitnahme eurer Rufnummer im Rahmen einer Portierung gemacht? Hat das gut geklappt - oder war es eine einzige Katastrophe? Woran lag es?

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